Land am Rand: Alles cool im Modul?

|

Neben einigen brauchbaren Leseanreizen  ist aus dem Deutschunterricht vor allem eines hängen geblieben: das Sender-Empfänger-Modell von Friedemann Schulz von Thun. Grob vereinfacht geht das so: Wir hören mit vier Ohren – also natürlich nicht im physiognomischen Sinne. Aber wir decodieren Gesagtes unter vier Gesichtspunkten: Sachaspekt, Beziehungsaspekt, Appell, Selbstaussage.

Das ist hilfreich und doch gibt es Momente, wo man denkt: Ich verstehe die Worte, aber nicht der Worte Sinn. Oder ins Digitale übersetzt: Ich verstehe die einzelnen Bilder, aber nicht des Videos Sinn. So wie im Fall eines Werks der Uni Stuttgart zum Thriller-Thema „Modulevaluation“. Eine Studentin versucht eine Mail der Uni zur Evaluation zu löschen. Beim abermaligen Versuch fängt der digitale Papierkorb auf dem Display diabolisch zu leuchten an, der nebenstehende Kaffee (in der Bibliothek?) vibriert, dann wird die junge Dame in ihren Laptop gezogen. Als Avatar landet sie auf dunklem Boden, versucht zu fliehen, wird von einer Greifzange gejagt und geknebelt und gefesselt vor einen Bildschirm gesetzt. Von dort erhält sie Erhellendes: Modulevaluation ist wichtig, sichert die Studienqualität – und dauert nur zwei Minuten. Dafür benötigt das Video viereinhalb Minuten.

Nochmal Schulz von Thun: Der Appell ist klar. Evaluiere! Aber wie steht es mit der Beziehung zwischen Uni und Student? Fessel, Knebel, Greifzange? Klingt nicht gerade nach freiem Studium. Vielleicht braucht es auch nur ein fünftes Ohr – für Unis.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

18.01.2017 21:43 Uhr

Artikelevaluation

Das Filmchen wurde auf den Seiten der Universität Stuttgart Ende August 2016 online gestellt. Heute, am 18.01.2017 auch auf „YouTube“.
Angesichts der Tatsache, dass sich die Zahl der Aufrufe heute praktisch überhaupt nicht geändert hat – heute waren es gerade 88 Aufrufe, was geradezu lächerlich ist (insbesondere nachdem heute in der Presse darauf aufmerksam gemacht wurde). Was hat die Schreibe mit dem Ziel des Filmes überhaupt zu tun?
Man fragt sich wozu der Artikel gut ist, wenn das interessiert? Eben!

Leser: 1 – Tobias Knaack: 0 (Buuuuuuuuuuuuh!!!!!)

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Zwölf Namen für die neuen Ulmer Straßenbahnwagen

Die neuen Straßenbahnwagen der Linie 2 werden nach Männern und Frauen benannt, die mit Ulm in Verbindung stehen. So war es auch schon beim Combino. weiter lesen