Kriminalitätsstatistik zeigt Erfolg gegen Wohnungseinbrecher

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Obwohl immer mehr Straftaten in Baden-Württemberg aufgeklärt werden, bleibt die Mehrheit der Täter unbehelligt.  Foto: 

Wer Ende letzter Woche auf südwestdeutschen Autobahnen unterwegs war, konnte sich ein Bild machen, wie die Polizei gegen mobile Einbrecher vorgeht: Streifenwagen am Straßenrand, Blaulicht auf Parkplätzen, sichtbare Kontrollen an  Raststätten. Mit einer gemeinsamen Fahndungsaktion der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz rückten die Beamten reisenden Einbrecherbanden auf die Pelle. Allein in Baden-Württemberg wurden dabei laut Innenministerium 3657 Personen kontrolliert und 22 festgenommen.

Schon am ersten Tag landeten Beamte des Verkehrskommissariats Walldorf einen Treffer: Gegen 16 Uhr am Donnerstag erkannten sie am Kreuz Walldorf auf der A6 ein Auto, das zwei Tage zuvor bei einem Einbruch in Heidelberg aufgefallen war. Ein Zeuge hatte mutmaßliche Täter beobachtet und der Polizei Kennzeichen, Autotyp und -farbe gemeldet.

Tatsächlich fanden sich im Auto ein Laptop, der aus der Heidelberger Beute stammen soll, dazu Elektrogeräte und Sonnenbrillen, die aus einem Geschäft in Eppelheim gestohlen worden sein sollen, in das ebenfalls kurz zuvor eingebrochen  worden war. Die Insassen, drei Männer und eine Frau aus Serbien, sitzen jetzt in Untersuchungshaft.

Wenn man der Argumentation von Landes-Innenminister Thomas Strobl (CDU) folgt, ist das ein symptomatischer Fall. „Organisierte Einbrecherbanden nutzen unser Fernstraßennetz vor allem dazu, ihre Aktionsräume auszuweiten, aber auch als Fluchtwege oder Transportwege für erlangtes Diebesgut“, sagt Strobl, der seit gut einem Jahr im Amt ist. „Hier setzen wir an und halten den Kontrolldruck hoch.“ Sein Ziel sei, dass die Täter „einen Bogen ums Ländle machen“.

Aufklärungsquote niedrig

Denn, so Strobl: „Ein Einbruch in den eigenen vier Wänden traumatisiert viele Opfer. Sie sind psychisch immer noch gezeichnet, wenn die Tür oder das Fenster längst wieder repariert sind.“ Schon Strobls Vorgänger, Reinhold Gall (SPD), hatte den Kampf gegen Wohnungseinbrecher zum Schwerpunkt der Polizeiarbeit erklärt, nachdem die Fallzahlen zuletzt explodiert waren: Zählte Baden-Württemberg 2007 noch 6737 Fälle, waren es 2014 schon 13.483 – rund doppelt so viele. Noch dazu war die Aufklärungsquote im Vergleich mit anderen Delikten außerordentlich gering.

Nun scheint es bei der Betrachtung der Kriminalitätsstatistik für 2016, die Strobl gestern vorlegte, als gäbe es eine anhaltende Trendwende. Seit 2013 werden immer mehr Wohnungseinbrüche aufgeklärt, die Quote verdoppelte sich von damals 10,9 auf nun 19,2 Prozent. Zugleich sanken im dritten Jahr in Folge die absoluten Zahlen der Taten: 2015 waren es 12 255 Taten (davon 5408 Versuche), vergangenes Jahr 11.095 (4862). „Wir machen den Einbrechern das Leben in Baden-Württemberg so schwer wie irgend möglich“, sagte Strobl. Einbrüche blieben ein „besonderer Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit“.

Die SPD-Landtagsfraktion erkannte in der Kriminalitätsstatistik eine „sich fortsetzende Trendumkehr“. Diese sei, sagte der stellvertretende Fraktionschef Sascha Binder, auch auf die „erfolgreiche länderübergreifende Zusammenarbeit zurückzuführen“. Bereits Innenminister Gall habe dafür in der vergangenes Jahr abgewählten grün-roten Koalition den Grundstein gelegt.

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Kommentare

17.03.2017 06:35 Uhr

schön

Bei den ständigen Meldungen über Einbrüche frage ich mich seit langem wie schnell das wohl zukünftig zunimmt. Jetzt lese ich verwundert die Einbrüche nähmen ab. Ich glaube es gerne, nur ist meines Erachtens noch lange keine Quote erreicht mit der man zufrieden sein kann.

Wäre es nicht sinnvoller versteckt zu kontrollieren statt offen? Abschreckung ist schön wenn sie funktioniert. Die Gauner finden ohne zu zeigen wie und wo man das tut wäre aber auch schön.

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