Kriminalität: Südwesten eines der sichersten Bundesländer

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Baden-Württemberg hat die niedrigste Kriminalitätsbelastung bundesweit. Das geht aus der polizeilichen Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2016 hervor, die Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) gestern in Stuttgart vorstellte.

Dem Papier zufolge lag die Belastung bei 5599 Straftaten pro 100 000 Einwohner, was einen Rückgang um 2,8 Prozent gegenüber 2015 darstellt. Zwar haben erst sieben Bundesländer die Zahlen vorgelegt, doch darunter sind die traditionell ähnlich sicheren Länder Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Auch die Gesamtzahl der Straftaten sank, erstmals seit 2012. Sie lag bei 609 133 Fällen (2015: 617 365), obwohl die Bevölkerung im Südwesten um rund 163 000 Menschen wuchs. Gut 60 Prozent aller Taten wurden aufgeklärt. Erfreut zeigte sich Strobl über einen Rückgang der Einbrüche. Die Zahl sank um 9,5 Prozent auf 11 095 Fälle, die Aufklärungsquote stieg von 17,3 auf 19,2 Prozent.

Erheblich zugenommen haben letztes Jahr „Straftaten gegen das Leben“. Die Zahl nahm um 21 Prozent auf 403 Fälle zu, wobei es meist beim Versuch blieb. Ebenfalls erhöhte sich die Zahl von „Rohheitsdelikten“, also Körperverletzungen und ähnlichem sowie der „Straftaten gegen die persönliche Freiheit“. Bei diesen Delikten verzeichnete die Polizei einen Anstieg um 7,5 Prozent auf gut 83 000 Fälle.

Etwa jeder zehnte Tatverdächtige war 2016 ein Flüchtling oder Asylbewerber – und das ohne Verstöße gegen Asyl- und Aufenthaltsgesetze. Dabei stellt die Gruppe nur rund 1,5 Prozent der Bevölkerung. „Flüchtlinge sind 2016 endgültig im Kriminalitätsgeschehen angekommen“, sagte Martin Jäger, Staatssekretär im Innenministerium. Uli Sckerl, innenpolitischer Sprecher der Grünen im  Landtag, forderte eine „genaue Analyse“. Schwere Straftaten müssten „hart geahndet werden“. Viele Vergehen könnten aber mit Prävention und Integration verhindert werden. SPD-Fraktionsvize Sascha Binder forderte „gezielte Maßnahmen gegen Mehrfach- und Intensivtäter“.

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