Kretschmann warnt Grüne nach NRW-Niederlage vor Fehlern

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Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat seine Partei vier Monate vor der Bundestagswahl vor Fehlern gewarnt. „Man kann vor Wahlen nicht groß sein Profil ändern, das gelingt nicht. Aber das Profil, das wir haben, auf die Höhe der Zeit bringen, das können wir noch schaffen“, sagte Kretschmann in einem am Samstag veröffentlichten Interview der „taz“ („die tageszeitung“). „Nur wenn wir zeigen, dass wir relevant sind, kommen wir im Bund aus dem Keller raus.“

Zuletzt habe die Partei in Nordrhein-Westfalen die Landtagswahl verloren, weil sie „in höchster Not ohne Not genau das Falsche gemacht“ habe. Die Grünen dort hätten Koalitionsoptionen ausgeschlossen und heimlich auf Rot-Rot-Grün gehofft.

Zudem dürfe die Partei nicht Themen ins Zentrum stellen, bei denen sie als Regierung in den Ländern keinen Einfluss habe. Als Beispiel nannte der Südwest-Regierungschef die umstrittenen Abschiebungen nach Afghanistan, die das Außenministerium für vertretbar hält. Vielmehr müssten sich die Grünen auf ihre Kernkompetenzen wie Klima und Umwelt konzentrieren und stärker auf die Mitte der Gesellschaft schauen.

„Die Strategie der baden-württembergischen Grünen ist es, aus der Mitte der Gesellschaft, aus der Mitte der Wirtschaft die Änderungsprozesse voranzutreiben (...) Und nicht mehr zu glauben, man könnte die Minderheiten vom Rand her sammeln und sozusagen die Gesellschaft einkreisen“, sagte Kretschmann. Er selbst wolle sich mit „Power“ in den Bundestagswahlkampf einbringen. „Aber ich muss ja auch noch regieren. Das darf nicht darunter leiden“, sagte er.

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