Kretschmann übt Selbstkritik

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist noch heute erschrocken darüber, in den siebziger Jahren Mitglied des Kommunistischen Bunds Westdeutschland gewesen zu sein.

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"Das geht mir bis heute nach: Wie kommt es, dass ein gebildeter Mensch auf einmal in so einer Sekte landet? Dass man die Welt nur noch durch einen Tunnelblick sehen kann?", sagte Kretschmann in einem heute in der "Zeit" veröffentlichten Interview. Er habe "zu eng geglaubt". Auch wenn der Vergleich hinke, führte der grüne Regierungschef in diesem Zusammenhang "die Barbaren vom IS" an: Deren Tun sei "ohne totale Verblendung im Blick auf die eigene Religion" gar nicht vorstellbar.

Kretschmann kritisiert nicht, dass er als angehender Lehrer damals vom Verfassungsschutz beobachtet wurde: "Bei Zweifeln an der Verfassungstreue muss der Staat diesen nachgehen." Von der Lektüre seiner jetzt aufgetauchten Akte zeigt er sich "beeindruckt". In den Unterlagen, die zu Zeiten einer CDU-Landesregierung erstellt worden waren, "offenbart sich - neben manch unerträglicher Gesinnungsschnüffelei - in meinem Fall auch großzügige Liberalität". Man sei zur Erkenntnis gekommen: "Der Unsinn bei dem Kretschmann wächst sich schon noch aus." Die Grünen-Landtagsfraktion will nun mit einem Runden Tisch das Thema Radikalenerlass aufarbeiten.

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