Kretschmann sagt 1700 neue Lehrerstellen zu

Landeschef Kretschmann versprach der Gewerkschaft GEW mehr Personal und eine bessere Besoldung. Alles purer Wahlkampf, klagt die Opposition.

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Landeschef Winfried Kretschmann (Grüne) hat beim alle vier Jahre stattfindenden GEW-Parteitag in Sindelfingen (Kreis Böblingen) zwar an die finanziellen Grenzen auch in der Bildungspolitik erinnert. Dennoch sagte er zusätzliche Personalstellen für Reformen und den Unterricht von Flüchtlingskindern zu. Bis 2020 sollen 1700 neue Stellen entstehen, so Kretschmann, der als ehemaliger Gymnasiallehrer selbst GEW-Mitglied ist. Auch versprach er den Kollegen an den immer weniger frequentierten Haupt- und Werkrealschulen zusätzliche Qualifizierung und die Einstufung in die höhere Gehaltsgruppe A13.

Die GEW begrüßt dies, fordert aber noch mehr: Landesvorsitzende Doro Moritz verlangt, dass von den derzeit 3000 Stellen, die in den nächsten Jahren auslaufen sollen, keine einzige gestrichen wird. Auch der künftige Ethik-Unterricht benötige zusätzliches Personal, wenn er nach dem Wunsch der Gewerkschaft bereits mit dem ersten Schuljahr beginnen soll.

Die oppositionelle FDP rügte die Stellenpläne als Wahlmanöver. Es hätte für schon früher Gelegenheiten gegeben, das Weiterentwicklungs- und Aufstiegskonzept umzusetzen. "Eine Ankündigung neun Tage vor der Wahl wirkt da wenig glaubwürdig", kritisierte der bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Timm Kern. Auch CDU-Spitzenmann Guido Wolf monierte, dass Grün-Rot das angekündigte Qualifizierungs- und Aufstiegskonzept nicht längst umgesetzt hat.

Doro Moritz forderte, dass der von Grün-Rot begonnene Reformkurs fortgesetzt werden könne. Die 320 Delegierten schickten sie nun mit 95,6 Prozent Zustimmung in eine dritte Amtszeit. Selbstbewusst fügt sie an, Bildungspolitik werde eben nicht nur durch die Landespolitik gestaltet. Die GEW habe deshalb nicht nur die Arbeitsbedingungen ihrer gut 50 000 Mitglieder im Auge, sondern wolle den begonnenen Reformkurs auch mit prägen.

Kultusminister Andreas Stoch (SPD) lobte die Kooperation mit der GEW: "Wenn Gewerkschafter und ein sozialdemokratischer Minister am gleichen Strang ziehen, kommt Gutes dabei heraus." Einig ist er sich mit der Gewerkschaft unter anderem in der Forderung, die abgesenkte Eingangsbesoldung für Junglehrer wieder abzuschaffen.

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