Kretschmann legt den Grundstein für Nationalpark-Zentrum

Das Besucher- und Informationszentrum im Nationalpark Schwarzwald soll die zentrale Anlaufstelle für die Besucher werden. Am Samstag wurde der Grundstein gelegt.

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„Das ist ein historischer Tag für Baden-Württemberg, weil damit der Artenschutz auf eine neue Stufe gestellt wird.“ Ministerpräsident Winfried Kretschmann ließ am Samstag seiner Begeisterung für den Nationalpark Schwarzwald sowie das künftige Besucher- und Informationszentrum im Nationalpark freien Lauf. Er war mit Umweltminister Franz Untersteller und Finanzstaatssekretärin Gisela Splett zum Ruhestein gekommen, um den Grundstein für den Neubau des  Zentrums zu legen. Es werde die zentrale Anlaufstelle für Besucher aus aller Welt sein, sagten alle Drei. Pro Jahr werden 100.000 bis 120.000 Besucher erwarten. Bis in drei Jahren können sie sich in dem Zentrum darüber informieren, welchen Sinn und Zweck ein Nationalpark hat und wie existenziell wichtig es ist, Natur und Artenvielfalt zu schützen. Darauf verwies vor allem Kretschmann.

Besucherzentrum und Verwaltungsgebäude kosten 26,5 Millionen Euro, die Ausstellung weitere drei Millionen. Für die Neuordnung der Verkehrs- und Parkplatzsituation investiert das Land weitere 2,2 Millionen Euro. „Das ist gut angelegtes Geld“, betonte Gisela Splett für das Finanzministerium, das Bauherr des Projekts ist. Das sehen nicht alle so. Gerade wegen der hohen Kosten und auch weil das Zentrum nicht zu 100 Prozent aus heimischem Schwarzwald-Holz gebaut wird, ist es durchaus umstritten.

Die Finanzstaatssekretärin erklärte, warum der Aussichtsturm mit handgefertigten Schindeln aus Alaska-Zedernholz verkleidet werden soll: Nur dieses langsam wachsende Holz sei widerstandsfähig genug, um Wind und Wetter  langfristig zu trotzen. Tanne und Fichte aus dem Schwarzwald könnten das an einer derart exponierten Stelle nicht leisten.  Nur der Turm werde mit Alaska-Holz verkleidet. 90 Prozent des Gebäudes werde aus Schwarzwald-Tannen gebaut, für 90 Prozent der Fassade werden Fichtenschindeln verwendet.

Das architektonisch und statisch anspruchsvoll geplante Gebäude, das an umgefallene Bäume erinnern soll und einen Skywalk bekommt, bietet auf 3000 Quadratmetern Platz für Bildung und Gastronomie. Im Verwaltungsgebäude sollen auf 700 Quadratmetern Büroräume für die Arbeit in und um den Nationalpark entstehen. Bis 2020 soll das Zentrum fertig sein. Kritisch gesehen wird auch der Standort. „Der ist absolut falsch“, sagte Karlheinz Nestle, Gemeinderat für die Freien Wähler aus Baiersbronn. Vom Aussichtsturm aus könne man nur Bäume sehen, behauptet er.

Umso begeisterter ist Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Der Nationalpark sowie das Besucher- und Informationszentrum seien ihm ein Herzensanliegen. Er sei froh, dass das Jahrhundert-Projekt trotz vieler Widrigkeiten und Widerstände auf den Weg gebracht werden konnte. „Der Nationalpark ist keine Reise in die Vergangenheit, sondern in eine neue Welt.“ Darin könnten sich Arten entwickeln, die es in einem bewirtschafteten Wald nie gebe. Besonders wichtig ist ihm, dass die Besucher verstehen, wie wichtig auch für die Existenz der Menschheit der Erhalt der Artenvielfalt ist. Auch dafür stehe das neue Besucher- und Informationszentrum. „Um die Köpfe und die Herzen der Besucher zu gewinnen, dafür legen wir den Grundstein.“

Die besondere Architektur des Besucher- und Informationszentrums im Nationalpark Schwarzwald ist das Ergebnis eines internationalen und interdisziplinären Planungswettbewerbs. Der fand 2015 statt. 160 Planungsteams hatten sich beteiligt. Den ersten Preis erhielt der Entwurf der Architekten Sturm und Wartzeck. Das Gebäude erinnert an übereinanderliegende Holzstämme. wal

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