Ein gutes Lehrbeispiel

Ohne Verzögerung, ohne Vertun: Wie die Polizei in online nach der Amokfahrt von Heidelberg reagiert hat, ist gut und richtig. Nun ist die Politik gefragt. Ein Kommentar.

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Autor Tobias Knaack findet das schnelle Reagieren der Mannheimer Polizei gut und richtig.  Foto: 

Ein Mann lenkt ein Auto in eine Menschenmenge, ein Mensch stirbt: eine Amokfahrt, ein Verbrechen. Kaum aber steht der Wagen, geschieht im Windschatten der Tat bereits weiteres Unheil. Über soziale Medien verbreiten Nutzer ihre kruden Ideen, wer der Fahrer war: ein Muslim, ein Flüchtling. Doch die Polizei Mannheim ist schnell vor Ort: Sie widerspricht, entlarvt Falschaussagen, nennt Fakten.

Es ist ein gutes Lehrbeispiel dafür, wie man Spinnern, Verdrehern und Hetzern im Netz begegnen muss: mit Schnelligkeit, Richtigstellung und manchmal eben auch mit angemessen harter Ansprache. Heidelberg zeigt: Die Kernaufgabe der Polizei, Sicherheit herzustellen, ist durch das Internet um eine Dimension erweitert: Es geht neben physischer Präsenz vor Ort auch um die Kontrolle von Kommunikation im Netz. Diese Art der Polizeiarbeit kann und sollte auch Ermutigung für andere Nutzer sozialer Medien sein, dem bisweilen uferlosen Hass entgegen zu treten.

Es ist ein Grund mehr, wieso die von Innenminister Thomas Strobl angekündigte Digitaloffensive richtig ist. Zugleich ist aber auch klar, dass den warmen Worten noch viele Taten folgen müssen. Denn beileibe nicht alle Polizeipräsidien im Land sind in der Kommunikation auf digitalen Kanälen so gut aufgestellt wie Mannheim. Eine Vorbildrolle wird die Polizei nur dann spielen können, wenn sie auch vernünftig ausgestattet ist – technisch und personell.

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