Klosterkrimi in Stuttgart

Am 7. März geht es am Oberlandesgericht um Teile der Neresheimer Klostermillionen. Es werden drei Fälle verhandelt, die mit den dubiosen Finanztransfers von Altabt Norbert Stoffels zusammenhängen.

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Der Altabt des Klosters Neresheim, Norbert Stoffels, soll mehrere Millionen Euro auf Konten deponiert haben.  Foto: 

Eines ist allen drei Fällen gemein: Es geht immer um Geld, das im Nachlass des einstigen Neresheimer Abtes Norbert Stoffels aufgetaucht ist. Der Benediktiner-Abt hatte auf heimlichen Konten in Aalen 1,4 Millionen Euro und in Krefeld rund drei Millionen Euro geparkt. Die Öffentlichkeit weiß seit November 2014 davon, weil der Krefelder Rechtsanwalt Walter Marcelli mehr als eine Million Euro daraus beansprucht. In erster Instanz ist er am Ellwanger Landgericht gescheitert.

Vom 7. März an wird der Prozess um die Klostermillionen nun am Oberlandesgericht in Stuttgart (OLG) fortgesetzt, bestätigte Stefan Schüler vom OLG. "In seiner Begründung wurde der Ellwanger Richter in einem Verfahren deutlich", sagt Schüler. Denn sinngemäß heißt es dort: Es sei an der Glaubwürdigkeit des Zeugen - gemeint ist Walter Marcelli - zu zweifeln. Bei kritischen Antworten habe der Kläger geschwiegen; er habe absichtlich ausweichend geantwortet und der Anwalt habe bewusst Anlagen nur sehr selektiv vorgelegt.

Walter Marcelli ist in Berufung gegangen. Deshalb geht der Klosterkrimi jetzt in die zweite Instanz. "Dieser Prozess entscheidet sich möglicherweise über die Beweislast", erklärt der OLG-Richter. Der Krefelder Rechtsanwalt muss Beweise vorlegen, die zeigen, wer mit wem welche Geschäfte getätigt hat und warum. Es gilt zu beweisen, dass das Geld und die Anteilsscheine eindeutig den Klägern zuzuordnen sind.

In Fall eins vertritt Walter Marcelli zwei Damen, die klagen, dass das Kloster ihnen 26.168 Anteilsscheine eines Investmentfonds im Wert von 407.000 Euro aushändigen müsse. Die liegen aktuell im Depot, das dem Benediktiner Klosterverein gehört. "Die Damen behaupten, sie hätten dem Kloster die Anteile geliehen", sagt Stefan Schüler. In diesem Depot, so der Richter, liegen allerdings insgesamt 250.000 - nicht nummerierte - Anteilsscheine. Hier gelte es von Seiten der Kläger nachzuweisen, dass konkrete Scheine tatsächlich den Damen gehören. Zudem müsse ein Leihvertrag vorgelegt werden. Das ist in erster Instanz nicht geschehen.

Im zweiten Fall geht es ebenfalls um Wertpapiere. Hier erhebt der Rechtsanwalt selbst Ansprüche - im Wert von rund 300.000 Euro. Die fordere er, da die Papiere angeblich zur Stiftung Weinberg gehören. Das Landgericht Ellwangen hat diesen Anspruch in seinem Urteil zurückgewiesen. Die Begründung: Es habe Schwärzungen auf den vorgelegten Papieren gegeben, sodass sich nicht nachvollziehen ließ, ob die Anteile tatsächlich dem Stiftungsvermögen "Weinberg" zuzuordnen seien.

Im dritten Fall geht es um die Zahlung von 352.000 Euro, die Marcelli vom Verein Benediktiner-Kloster Neresheim einklagen will. Den Anspruch leitet er unter anderem aus einer Lebensversicherung ab. Das Ellwanger Gericht hat in der ersten Instanz keine Beweise dafür erhalten, dass die Lebensversicherung überhaupt existiere, so die Begründung des Richters. In Stuttgart geht es in diesem Zusammenhang auch um 50.000 Euro vom Konto in Krefeld, von denen Marcelli behauptet, sie gehörten ihm.

Dessen ungeachtet stellt sich die Frage nach dem Motiv von Abt Norbert Stoffels und Rechtsanwalt Walter Marcelli. Denn das wird das Zivilverfahren nicht lösen können. Das Verfahren der Steuerhinterziehung liegt bei Oberstaatsanwalt Axel Stahl in Krefeld.

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