Kauders Herausforderer in der Warteschleife

Heute sollte der Donaueschinger Oberbürgermeister erneut verpflichtet werden. Doch die Stadt verschob die Zeremonie wegen " aktueller Ereignisse".

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Thorsten Frei, CDU-Oberbürgermeister von Donaueschingen (Schwarzwald-Baar-Kreis), wandert von einer Wahl zur nächsten. Am 23. September wählten ihn mehr als 99 Prozent der Wahlbeteiligten für weitere acht Jahre ins OB-Amt. Kaum ist die Freude darüber abgeklungen, hat er schon neue Ziele: Beim Nominierungs-Parteitag am 16. November in Bräunlingen tritt Frei gegen den CDU-Bundestagsabgeordneten Siegfried Kauder an. Freis Verpflichtung als Oberbürgermeister, die heute in einer Gemeinderatssitzung stattfinden sollte, wurde auf den 27. November verschoben. Als Grund nannte Rathaus-Sprecher Tobias Butsch die "aktuellen politischen Ereignisse".

Die stellen sich so dar, dass Siegfried Kauder, seit 2002 für den CDU-Wahlkreis Schwarzwald-Baar und Kinzigtal im Bundestag und seit 2009 Vorsitzender des Rechtsausschusses, seit Monaten in heftige Auseinandersetzung mit Kritikern der Parteibasis verstrickt ist. Sie werfen ihm vor, er spreche nicht mit der Basis, beantworte keine Fragen, treffe ohne Absprachen Entscheidungen.

Beim ersten Nominierungs-Parteitag im Juli hatten die Kritiker durchgesetzt, dass Kauder nicht nominiert und stattdessen ein Schlichtungsgespräch angesetzt wird. Doch auch dem früheren Ministerpräsidenten Erwin Teufel ist es als Schlichter nicht gelungen, dass sich die Kontrahenten annähern. Die Schlichtung ist gescheitert, statt Frieden gibt es noch mehr Zwist. Damit will Thorsten Frei aufräumen. Der 39-jährige Familienvater möchte der Partei die Rückkehr zur Sachpolitik ermöglichen.

Die Stimmung in Donaueschingen ist gemischt. Große Teile der Bevölkerung unterstützen ihn in seinem Vorhaben, gegen Siegfried Kauder anzutreten und möglicherweise in den Bundestag gewählt zu werden. Konrad Hall, der CDU-Fraktionssprecher im Donaueschinger Gemeinderat, findet es zwar schade, dass Frei möglicherweise für Donaueschingen verloren geht, "aber wenn er in Berlin ist, wird er für die ganze Region einiges erreichen können", sagt Hall.

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