In und um Stuttgart stehen Autofahrer am längsten im Stau

Stuttgart hat Köln als staureichsten deutschen Ballungsraum überholt. Laut dem Verkehrsdatenanalyse- und Autoelektronik-Unternehmen Inrix stand ein Autofahrer in der Region Stuttgart im vergangenen Jahr statistisch rund 73 Stunden im Stau.

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Autos stehen auf der Autobahn 8 bei Stuttgart in beiden Fahrtrichtungen im Stau.  Foto: 
Stuttgart hat Köln als staureichsten deutschen Ballungsraum überholt. Das berichtete dasVerkehrsdatenanalyse- und Autoelektronik-Unternehmen Inrix am Mittwoch in München unter Verweis auf seine „Traffic Scorecard“-Untersuchung für das Jahr 2015. Demnach stand ein Autofahrer in der Region Stuttgart im vergangenen Jahr statistisch rund 73 Stunden im Stau.

Im Vergleich zum Jahr 2014 bedeutete dies einen Anstieg um 8,5 Stunden. In Ballungsraum Köln, der die Rangliste 2014 noch angeführt hatte, waren es dagegen nach einem Plus von 5,2 Stunden insgesamt 71 Stunden. Insgesamt war Deutschland nach den Inrix-Daten das drittverkehrsreichste Land in Europa. Autofahrer standen hier im Schnitt 38 Stunden im Stau. Stuttgart war zugleich auf Platz zwei der staureichsten Städte Europas.

Die europäische und zugleich globale „Stauhauptstadt 2015“ war den Angaben zufolge der Großraum London, wo Autofahrer im Schnitt 100 Stunden im Stau standen. Staureichstes europäisches Land war Belgien mit durchschnittlich 44 Staustunden, gefolgt von den Niederlanden mit 39 Stunden. Den deutlichen Anstieg der Stauzeiten in und um Stuttgart erklärte Inrix mit der wirtschaftlichen und demografischen Dynamik der Metropole, die ein wichtiges industrielles Zentrum mit einer wachsenden Bevölkerung ist.

„Stuttgart ist Opfer seines eigenen Erfolgs, mit einem soliden Arbeitsmarkt und einer wachsenden Wirtschaft, die mehr Autopendler, mehr Investitionen und somit folglich mehr Verkehr anzieht“, erklärte Inrix-Vorstandschef Bryan Mistele. „Das stetige Wachstum der deutschen Wirtschaft hatte einen Anstieg der Verbraucherausgaben zur Folge, was in Verbindung mit dem Rückgang der Spritkosten auch zu mehr Straßenverkehr führte.“

In den meisten europäischen Staaten gingen Stauzeiten im Jahresvergleich zurück, was das Unternehmen auf die generell stagnierende europäische Wirtschaft zurückführte. So hatten Autofahrer in Belgien 2014 im Schnitt noch 51 Stunden im Stau gestanden, also rund sechs Stunden mehr als im vergangenen Jahr. Auch für die Bundesrepublik insgesamt sank die durchschnittliche Stauzeit je Autofahrer im Vorjahresvergleich um eine Stunde.

Inrix untersuchte nach eigenen Angaben die Verkehrsgeschwindigkeiten in 96 städtischen Zentren und 13 europäischen Staaten auf insgesamt einer Million Straßenkilometern.
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