IC-Züge nach Tübingen fallen prophylaktisch aus

Und jährlich grüßt die Klimaanlage: Weil auf einer anderen Strecke Waggons veraltet sind, müssen Wagen der Verbindung Tübingen-Düsseldorf aushelfen. Die fällt dafür aus.

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Wenn jetzt Sommer wär“, trällerte der Popbarde Ingo Pohlmann anno 2006 den Deutschen ins Ohr: ein Lied ohne größeren Tiefgang über das Draußensein, das Sich-aufs-Rad-Schwingen und das Ans-Meer-Wollen. Die perfekte musikalische Untermalung einer Zeit, die wegen des schönen Wetters und der fröhlichen Fußball-WM als „Sommermärchen“ gilt.

Ans Meer wollen dieser Tage auch viele Menschen. Doch ausgerechnet da erzählt die Deutsche Bahn eine weit weniger sommermärchen-mäßig anmutende Geschichte. Denn seit Dienstag – und bis Freitag – fahren auf der Strecke von Tübingen nach Stuttgart (und dann weiter in Richtung Düsseldorf) keine Intercity-Züge. Der Grund: Die Waggons  dieser Verbindung müssen auf einer anderen Strecke aushelfen.

„Wegen der angekündigten sehr hohen Außentemperaturen“ könne es in den auf der Strecke Berlin–Amsterdam eingesetzten Wagen nämlich „zu einem vermehrten Ausfall der Klimaanlagen kommen“, heißt es bei der Bahn. Um Reisende von vornherein vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu schützen, würden diese Fahrzeuge daher bei hohen Temperaturen nicht eingesetzt, sagt ein Sprecher.

Ein Blick auf die Wetterkarte für Tübingen verrät: 32 Grad am Mittwoch, Donnerstag 28, Freitag 25. In Stuttgart: dasselbe. Amsterdam: je ein paar Grad darunter. Die Frisur sitzt, aber der Zug fährt halt nicht. Und Pohlmann wimmert ganz leise: Wenn jetzt Sommer wär’. . .

Die Bahn im Jahre 2016 ist ein verschiedentlich aufgestellter weltumspannender Konzern: Die Bereiche Medizin (Frühdiagnostik und Prophylaxe für Reisende) und Meteorologie (Neudefinition von „sehr hohen Außentemperaturen“) aber waren noch nicht bekannt. In ihrer Kerndisziplin – auf der Schiene Menschen von A nach B bringen – hat das Unternehmen früher mal mit dem Slogan geworben: „Alle reden über das Wetter. Wir nicht.“ Im „Rekord“-Sommer 2016 müssen sie – wobei der Zustand der Wagenflotte vielleicht das bessere Thema wäre.

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