Hochgepäppelt und freigelassen: Waldkauz Linus sucht eine Familie

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Die Wiesen sind saftig grün, Löwenzahn und auch Apfelbäume blühen auf den Streuobstwiesen. Nur ein paar Meter weiter, am Rande des Waldes, liegt hier oben am Albtrauf nahe Mössingen (Landkreis Tübingen) noch Schnee. Und hier soll der zwei Monate alte Waldkauz Linus ein neues Zuhause und eine Pflegefamilie finden.

Mehrere Wochen lang hat der Ornithologe Daniel Schmidt-Rothmund das Tier im Nahe gelegenen Nabu-Vogelschutzzentrum aufgepäppelt. Das Waldkauz-Kind hat dort fliegen und Mäuse jagen trainiert. Nun wollen Schmidt-Rothmund und der Nabu-Landesvorsitzende Johannes Enssle Kauz Linus wieder in die Freiheit entlassen.

„Eigentlich müsste das nachts laufen“, sagt Schmidt-Rothmund, Doch der Pflegling soll sich erst einmal mit der Umgebung vertraut machen können, bevor seine Artgenossen aufwachen und am Abend auf die Jagd gehen. Mit diesem zeitlichen Vorsprung soll ihm die Annäherung an seine Adoptionsfamilie leichter fallen. Genau in diesem Gebiet gibt es bereits eine Waldkauz-Familie. Die Umgebung ist ideal: die Obstbaumwiesen zum Jagen, der Wald bietet Schutz.

Linus wurde in der Nähe von Karlsruhe gefunden und nach Mössingen ins landesweit zuständige Vogelschutzzentrum gebracht. Dessen Leiter Schmidt-Rothmund appelliert, hilflos wirkende Jungvögel in der Natur zu lassen: „In der Regel sind die Tiere nicht verlassen, sondern nur noch nicht ganz flügge.“

Der Waldkauz ist außerdem Vogel des Jahres 2017. Wie auch einige andere Tiere braucht er morsche alte Höhlenbäume. Davon gebe es aber, so Enssle, jedoch noch zu wenige. In der Hand hält er Linus, der sehr entspannt wirkt: Er schaut sich um mit seinen großen, dunklen Augen, schlägt ein paar Mal mit den Flügeln. Enssle lässt los und der junge Waldkauz fliegt fort in den Wald. 

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