Heilpädagogen bei Lernstörungen für Grundschulen

Die Grünen wollen die Grundschulen stärker in den Blick nehmen. Schüler mit Defiziten sollen möglichst früh gefördert werden. Wenn nötig, sollen Schulen künftig auch externe Kräfte anheuern können.

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Je früher, desto besser: Dass mögliche Entwicklungs- und Lernstörungen bei Kindern in möglichst jungen Jahren erkannt und behandelt werden sollten, gilt als Allgemeingut. Nach dem Ausbau der Sprachförderung in Kindergärten will Grün-Rot nun entsprechende Angebote an Grundschulen ausbauen. "Kinder mit Förderbedarf sollen künftig ihre Probleme nicht an weiterführende Schulen mitnehmen, sondern rechtzeitig gefördert werden", sagt die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Edith Sitzmann. Das helfe auch den weiterführenden Schulen, die ohnehin mit größerer Heterogenität ihrer Schülerschaft konfrontiert seien.

Bereits zum kommenden Schuljahr werden 180 zusätzliche Deputate an Grundschulen geschaffen, die "besonderen Förderbedarf" angemeldet haben - die zusätzlichen Ressourcen sollen etwa Kindern mit Lese-Rechtschreibschwäche, Rechenschwäche, Rückstand beim Spracherwerb oder Entwicklungsstörungen zugute kommen. Auch Schulen mit besonders hohem Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund sollen bedacht werden.

Für die Grünen soll das aber nur ein "erster Schritt" sein, wie Sitzmann betont. In der kommenden Legislaturperiode müsse die Stärkung der Förderung an Grundschulen ein bildungspolitischer Schwerpunkt sein. "Wenn Kinder spezielle Unterstützung brauchen, müssen sie mehr und besser individuell gefördert werden", sagt Sitzmann. Es geht dabei auch um ein zentrales Anliegen grüner Bildungspolitik: die Chancengleichheit im Bildungssystem zu erhöhen und den Bildungserfolg stärker von der sozialen Herkunft zu entkoppeln. Trotz einer Vielzahl an Reformen, die Grün-Rot im Bildungsbereich umgesetzt hat, hat sich an den Grundschulen nicht viel verändert - obwohl ihnen durchaus eine Schlüsselrolle zukommt. Wenn Kinder an der Schwelle zur weiterführenden Schule stehen, kann es für eine erfolgreiche Bildungskarriere womöglich schon zu spät sein.

Dabei ist nicht nur an zusätzliche Lehrerstellen gedacht: Grundschulen sollten auch ein Budget bekommen, um externe Kräfte wie etwa ausgebildete Heilpädagogen anzuheuern. Die Möglichkeiten zur "Monetarisierung" von Lehrerstunden für externen Sachverstand oder Zusatzangebote gibt es an Ganztagsschulen bereits jetzt.

Auch deren Ausbau wollen die Grünen indes in der nächsten Legislaturperiode forcieren. Auch wenn das einen erhöhten Personalaufwand bedeutet, solle jede Schule zur Ganztagsschule werden dürfen; als Ziel gilt, dass es für jedes Kind im Land ein Ganztags-Angebot in der Nähe gibt. Das ist laut Sitzmann nicht nur im Sinne der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sinnvoll - sondern auch aus pädagogischer Sicht. Eine finanzielle Ausbau-Grenze gebe es nicht. "Wir werden zur Verfügung stellen, was dafür nötig ist", sagt die Grünen-Fraktionschefin. Einstige Sparpläne im Bildungssektor sind offenbar kein Thema mehr.

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