Heidelberger Amokfahrer kommt in eine Klinik

Mathias K. kann für seine Amokfahrt in Heidelberg nicht bestraft werden. Er ist wegen einer seelischen Störung schuldunfähig.

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Landgericht Heidelberg: Mathias K. und sein Verteidiger Jörg Becker.  Foto: 

Das Landgericht Heidelberg hat die dauerhafte Unterbringung eines Amokfahrers in einer psychiatrischen Einrichtung angeordnet. Das Schwurgericht hält Mathias K. wegen einer schweren psychischen Erkrankung nicht für schuldfähig. Er könne deshalb nicht für seine Taten die Verantwortung tragen. Die Anklage hatte ihm Mord, doppelten Mordversuch und mehrfache Körperverletzung vorgeworfen.

Der Informatikstudent hatte einen Mietwagen am 25. Februar in eine Personengruppe auf dem Bismarckplatz gelenkt. Dabei war ein 73-jähriger Fußgänger so schwer verletzt worden, dass er im Krankenhaus starb. Ein Mann aus Österreich und eine Frau aus Bosnien-Herzegowina wurden verletzt, weil auch sie  „dem lebensgefährlichen Angriff schutzlos ausgeliefert“ waren, hieß es in der Anklage. Einer anderen Frau gelang instinktiv ein Schritt zur Seite – und damit in Sicherheit.

Das Fahrzeug wurde von einer Säule gestoppt. Der Fahrer kümmerte sich nicht um die Opfer, sondern flüchtete in die Bergheimer Straße. Dort war er von der Polizei vor einem Hotel gestellt worden. Aufforderungen sich zu ergeben, kam er nicht nach. Stattdessen zückte er ein Küchenmesser mit 15 Zentimeter langer Klinge und griff einen Polizisten an. Nur ein Schuss in den Bauch konnte ihn stoppen. Offenbar wollte der Mann ursprünglich ein Polizeirevier angreifen, wurde im Prozess bekannt.

Der Vorfall hatte sofort internationales Aufsehen erregt, weil im Internet völlig falsche ­Behauptungen verbreitet worden waren. Die Tat wurde wider besseres Wissen als Terroranschlag von Islamisten dargestellt. Auch Dementis der Polizei vermochten die Welle des digitalen Mülls nicht aufzuhalten. Für den parteilosen Heidelberger Oberbürgermeister Eckart Würzner war die Amokfahrt auch ohne terroristischen Hintergrund schrecklich genug. Er sagte damals: „Wenn jemand bewusst und mit ein­deutigem Vorsatz in eine Menschenmenge fährt, ist es das Schlimmste, was man sich vorstellen kann.“

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