Hagelschäden: Land prüft Hilfen

Der Dauereinsatz nach dem gewaltigen Hagelschauer im Südwesten hält an. Vielen Bauern verhagelte das Unwetter die Ernte - die Landesregierung prüft Hilfen für die betroffenen Höfe und Gärtnereien.

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Aufräumarbeiten auf dem Dach eines zerstörten Gewächshauses in Degerschlacht (Kreis Reutlingen). Das Land will betroffenen Betrieben helfen. Foto: dpa

Verbeulte Autos, zerstörte Maisfelder, laubgetränkte Straßen: Nach dem heftigen Unwetter vom Wochenende hat das große Aufräumen bei Bürgern und Einsatzkräften begonnen. Weiter im Dauereinsatz sei die Feuerwehr Reutlingen mit Helfern aus dem ganzen Land, sagte eine Stadtsprecherin gestern. "Es hat eigentlich jeden in Reutlingen getroffen, den einen mehr, den anderen weniger." Auch die Region Tübingen ist betroffen.

Das Ausmaß machen erste Schätzungen von Versicherern im Südwesten deutlich, sie liegen bereits bei mindestens 200 Millionen Euro. Mit hohen Kosten rechnen auch die Städte wegen Schäden an ihren Gebäuden und Spielplätzen.

Einen Überblick über die Lage im Kreis Reutlingen verschaffte sich Landwirtschaftsminister Alexander Bonde (Grüne) gestern bei einer Gärtnerei in Wannweil. "Solche Hagelschäden hier vor Ort zu sehen, ist bestürzend", teilte Bonde mit. Wegen der teils massiven Schäden Bonde rief den Bund auf, für geschädigte Betriebe eine steuerliche Rücklage zum Risikoausgleich einzuführen. In guten Tagen könnten sie dann Teile ihrer Einnahmen unversteuert beiseite legen.

Auch das Land selbst will mögliche Hilfen für die Betriebe prüfen. Den gesamten Ernteausfall konnte das Ministerium nicht beziffern. Allein mehr als 80 Gärtnereien hätten bisher Hagelschäden gemeldet. Einzelne Betriebe hätten ihre komplette Ernte verloren, hieß es beim Bauernverband in Stuttgart. Im Kreis Reutlingen habe der Hagelsturm auf 25 Kilometer Länge und sieben Kilometer Breite eine Schneise durch Getreide-, Raps- und Maisfelder geschlagen, sagte eine Sprecherin. Auch Obstplantagen hätten gelitten.

Die Stadt Reutlingen geht von einem Schaden an ihren Gebäuden im siebenstelligen Bereich aus. Für Bürger, deren Häuser nicht bewohnbar seien, wurde eine Notunterkunft eingerichtet. In Tübingen sei es noch zu früh für eine Bilanz, sagte eine Stadtsprecherin. Auch der Großraum Stuttgart kämpft mit den Folgen. In der Landeshauptstadt etwa war der S-Bahn-Verkehr noch beeinträchtigt. Das Wasser habe im Stellwerk Böblingen eine Kabelstörung ausgelöst, sagte ein Bahnsprecher. Am Montag war ein Tunnel auf der Strecke S1 überflutet worden. Wegen Überschwemmung musste das Freibad Rosental in Vaihingen vorerst schließen.

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