Haftstrafe für Sex mit 13-Jähriger

Weil er Sex mit einer 13-Jährigen hatte, ist ein 50-Jähriger in Ellwangen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und Schmerzensgeld verurteilt worden. Es handle sich um einen minderschweren Fall, teilte das Landgericht am Mittwoch mit.

|

Der Mann hatte den Missbrauch des Kindes gestanden. Er war 2013 im Raum Heidenheim mehrmals mit dem Mädchen in den Wald gefahren. Zweimal kam es zum Geschlechtsakt. Eine anonyme Anzeige brachte die Tat ans Licht.

Mann und Mädchen kannten sich aus dem Bogenschützenverein und hatten auf Facebook oft Kontakt. Im Verfahren erklärte der Familienvater, auch das Mädchen habe teils Sex gewollt. Er hätte allerdings Stopp sagen müssen. Doch habe er das Mädchen nie zu irgendwas gezwungen. Richter und Staatsanwalt sahen es allerdings an einem Chatverlauf auch belegt, dass der Mann das Mädchen überredet habe.

Kommentieren

Kommentare

19.02.2016 17:45 Uhr

Schon Nachricht auf Handy kann als sexueller Missbrauch von Kindern bewertet werden

SPIEGEL Online, 19.02.2016:

Sexueller Missbrauch: 55-Jähriger wegen WhatsApp-Nachrichten an Neunjährige verurteilt

Eine Nachricht auf das Handy einer Neunjährigen kann als sexueller Missbrauch von Kindern bewertet werden. Das hat das Oberlandesgericht Hamm mitgeteilt. (...) Das Amtsgericht Beckum verurteilte den Mann zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung von neun Monaten. Er ging gegen das Urteil vor, scheiterte aber nun: Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte das erstinstanzliche Urteil.

Das Gericht wies darauf hin, dass der Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs von Kindern bereits erfüllt sei, wenn der Täter zum Beispiel schriftlich auf ein Kind einwirke, um es zu sexuellen Handlungen zu bewegen (Az.: 4 RVs 144/15 vom 14. Januar 2015).

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/whatsapp-55-jaehriger-wegen-nachrichten-an-neunjaehrige-verurteilt-a-1078354.html

Antworten Kommentar melden

29.01.2016 10:38 Uhr

„Minderschwer“???

Ein 50-jähriger Familienvater muss die Gesetze kennen. Laut § 176 StGB ist es strafbar, sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vorzunehmen. Wer dies tut, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren bestraft. Mit Freiheitsstrafebis zu fünf Jahren wird bestraft, wer sexuelle Handlungen VOR einem Kind vornimmt oder das Kind zu solchen Handlungen bestimmt, wer auf ein Kind mittels Schriften oder Informations- oder Kommunikationstechnologie einwirkt, um es zu sexuellen Handlungen zu bringen, die es an oder vor dem Täter vornehmen oder von dem Täter an sich vornehmen lassen soll, oder wer auf ein Kind durch Vorzeigen pornographischer Abbildungen oder Darstellungen, durch Abspielen von Tonträgern pornographischen Inhalts, durch Zugänglichmachen pornographischer Inhalte mittels Informations- und Kommunikationstechnologie oder durch entsprechende Reden einwirkt (http://dejure.org/gesetze/StGB/176.html).

Dieser Mann hat eine 13-Jährige zwei Mal vergewaltigt („es kam zum Geschlechtsakt“). Dabei spielt es keine Rolle, ob das Mädchen (angeblich) eingewilligt hat. Denn erstens gibt es wie gesagt Gesetze, und die Entscheidung, diese zu brechen, kann ein 50-Jähriger nicht auf eine 13-Jährige abwälzen. Zweitens kann eine 13-Jährige solchen Handlungen überhaupt nicht „informiert“ zustimmen (man spricht hier vom sog. „informed consent“, d.h. dass Kinder und teilweise Jugendliche zwar willentlich in sexuelle Handlungen einstimmen können, dabei aber nicht die Tragweite einer solchen Zustimmung überschauen. Demnach stimmten sie der Handlung nicht wissentlich (informiert) zu, unabhängig davon, wem sie zustimmen). Und drittens handelt es sich bei dieser Behauptung um eine typische Schutzbehauptung von Tätern, die sich in so gut wie allen Fällen von sexueller Gewalt gegen Kinder wiederfindet. Es ist geradezu typisch für diese Art von Übergriffen, dass erwachsene Täter sich damit herauszureden versuchen, dass das Kind (egal welchen Alters) das auch „gewollt“ habe.

Das Erschreckende ist, dass das alles offenbar bis heute noch nicht in Gerichtssälen angekommen ist. Dass ein Gericht die zweifache Vergewaltigung einer Minderjährigen als „minderschwer“ bewertet. Noch immer gibt es offenbar Menschen, die tatsächlich glauben, dass Kinder Sex mit Erwachsenen haben wollen. Menschen, die tatsächlich glauben, es würde sich bei sexueller Gewalt gegen Kinder um Begegnungen auf Augenhöhe und um „Liebe“ handeln. Menschen, die immer noch mehr Verständnis für die „Nöte“ und „Triebe“ eines erwachsenen Täters als für das Recht eines Kindes auf eine gewaltfreie und ungestörte Entwicklung haben. Frage: Warum dürfen Menschen bis zum Alter von 18 Jahren nicht wählen, aber gleichzeitig angeblich „frei“ in sexuelle Kontakte mit Erwachsenen „einwilligen“? Und wieso ist das alles im Jahr 2016 (sechs Jahre nach dem sog. „Missbrauchsskandal“) immer noch möglich???

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Heftige Unwetter: Verletzte und hohe Schäden im Südwesten

Bei Starkregen und heftigem Wind werden mehrere Menschen im Südwesten verletzt. Auch die Natur bleibt von den Unwettern nicht verschont. Nun warnt der Agarminister sogar vor Besuchen im Wald. weiter lesen