Hängebrücke zum Testturm

Wenn der Plan gelingt, wird Ende 2017 in Rottweil eine Fußgänger-Hängebrücke eröffnet. Sie soll Besucher aus der Innenstadt zum Aufzugstestturm von ThyssenKrupp und zur Aussichtsplattform führen.

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Acht Euro kostet der schwankende Gang über die 406 Meter lange Hängebrücke in Reutte in Tirol. Rottweil plant, eine 950 Meter lange Brücke zu bauen.  Foto: 

Für einen Aprilscherz ist es zu früh, die Fasnet ist in Rottweil noch nicht voll im Gange. Deshalb kann der Plan, den der Rottweiler Oberbürgermeister Ralf Broß am Donnerstag den Medien vorstellte, nicht ganz unrealistisch sein. Auch wenn er im ersten Moment so erscheint. Geplant ist, die historische Rottweiler Innenstadt über eine 950 Meter lange Hängebrücke für Fußgänger mit dem Gewerbegebiet "Berner Feld" zu verbinden. Dort steht der aktuell 244 Meter hohe Aufzugstestturm von ThyssenKrupp Elevator. Darin wird in 232 Metern Höhe die deutschlandweit höchste öffentlich zugängliche Aussichtsplattform eingerichtet.

Der Bau des Testturms im vergangenen Jahr hat die Zahl der Touristen in Rottweil ansteigen lassen. Diesen Trend wollten die Rottweiler nutzen und ihn mit dem Bau der Hängebrücke weiter fördern. Sie soll die Gäste dazu bringen, nach dem Turm auch noch die Innenstadt zu besuchen. Die direkte Verbindung wäre allerdings nicht kostenlos, sondern nur mit einem Ticket möglich. Was dieses kostet, steht noch nicht fest. Doch die Besucher hätten den Vorteil, dass sie sich in der Stadt nicht erneut einen Parkplatz suchen müssen, und sie hätten das Erlebnis, über die vermutlich längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt zu gehen. So zumindest wurde das Projekt vorgestellt.

Die Brücke soll mit ihren 950 Metern den Stadtgraben, das Neckartal, die Bahngleise und die Straße überspannen. "Sie würde Rekorde brechen", sagte Martin Kathrein, Geschäftsführer der Firma KTS Innovations GmbH in Stanzach in Österreich. Allerdings kann die Brücke über die Länge nicht komplett freihängend sein. "Es wird vier Felder geben, weil drei Mittelpfeiler gesetzt werden müssen." Sein letztes Projekt ist die Hängebrücke für Fußgänger in der Naturparkregion Lechtal/Reutte in Tirol. Sie trägt den Namen "highline179" und den Titel "längste Fußgängerhängebrücke der Welt im Tibet Style", weil sie über 406 Meter Länge tatsächlich freihängend ist. Mit dem Titel ist sie im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen. Ob das auch mit der geplanten Hängebrücke in Rottweil gelingt, bleibt abzuwarten. Der Gang über die "highline179" hin und zurück kostet nach Auskunft von Kathrein acht Euro. Drehkreuze sorgen dafür, dass nicht mehr als 500 Leute gleichzeitig auf der Brücke sind. In Rottweil wird mit 100.000 Besuchern pro Jahr gerechnet.

Investor für das Projekt ist Günter Eberhard aus Hohentengen am Hochrhein (Kreis Waldshut). Seine Firma hat beim Bau des Testturms das Stahlgeflecht in die Konstruktion eingebracht. Er ist bereit, die Kosten von sechs Millionen Euro für den Bau der Hängebrücke in die Hand zu nehmen. Der Aufzugstestturm hat die schon viele Jahre alte Idee, eine Hängebrücke zu bauen, neu aufleben lassen. Über die Arbeiten am Turm haben sich die Menschen kennengelernt, die die Idee nun umsetzen wollen.

Kathreins Zeitplan sieht vor, im Frühjahr 2017 mit dem Bau zu beginnen und die Brücke im Herbst 2017 zu eröffnen. OB Broß will dafür sorgen, dass die Baugenehmigung rechtzeitig erteilt werden kann. Auch bei diesem Projekt sollen die Bürger eingebunden werden. Dem Gemeinderat wurde das Vorhaben am Mittwoch vorgestellt. "Das Projekt wurde positiv aufgenommen", sagte Broß. Allerdings gebe es noch keine Detailplanung.

Besuchermagnet

Mehr Touristen Der Bau des Aufzugtestturms von ThyssenKrupp im vergangenen Jahr hat offenbar mehr Touristen in die Stadt geführt als in den Vorjahren. Nach Auskunft von André Lomsky, bei der Stadt Rottweil für Wirtschaftsförderung und Tourismus zuständig, haben im Jahr 2014 rund 10.000 Besucher in 500 Gruppen eine Stadtführung mitgemacht. 2015 waren es nach seinen Angaben 16.000 Besucher in 1080 Gruppen. 10 000 Besucher haben nach Lomskys Angaben im vergangenen Jahr die Turm-Baustelle besucht, davon 7500 Besucher in Führungen.

Forschungsturm ThyssenKrupp Elevator hat den Turm gebaut, um darin Hochgeschwindigkeitsaufzüge zu entwickeln und zu testen. Der Turm enthält zwölf Aufzugsschächte.

 

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