Gutachten: Mehr Fluglärm vom Airport Zürich

Ein Gutachten bestätigt, dass die von der Schweiz beantragte Änderung den Fluglärm über Südbaden verstärken würde. Drei Landräte wehren sich.

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Ein Gutachten der Gesellschaft für Luftverkehrsforschung hat die Befürchtungen der Landräte Martin Kistler (FW, Waldshut), Frank Hämmerle (CDU, Konstanz) und Sven Hinterseh (CDU, Schwarzwald-Baar) bestätigt: Stimmt der Bund dem Antrag der Schweiz zu, die An- und Abflugsrouten zum und vom Flughafen Zürich-Kloten über deutschem Gebiet zu verändern, müsste die Bevölkerung Südbadens noch mehr Fluglärm ertragen als ohnehin schon.

Das vom Flughafen beantragte Ostkonzept hätte "eine deutliche Zunahme der Anflüge über den Landkreisen Waldshut, Schwarzwald-Baar-Kreis und Konstanz zwischen 2000 bis zu 10.000 Flugbewegungen pro Jahr zur Folge", heißt es in einer Erklärung der Landräte. Allein über dem Schwarzwald-Baar-Kreis seien das bis zu 3700 Flugbewegungen mehr im Jahr. "Diese Mehrbelastung werden wir nicht hinnehmen", sagten die Landräte am Montag nach der Vorstellung des Gutachtens. Sie hatten es selbst - mit finanzieller Unterstützung des Landes - in Auftrag gegeben.

Sie appellieren an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), das zu seinem Ministerium gehörende Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung anzuweisen, den Antrag der Schweiz abzulehnen. Mit dem Gutachten könne die Mehrbelastung bewiesen werden, sagte Landrat Frank Hämmerle. Er und seine Kollegen erinnern Dobrindt auch an das Versprechen, das der Minister beim Vor-Ort-Besuch im März 2015 gegeben hat: Er werde Plänen nicht zustimmen, die zu einer weiteren Lärmbelastung der deutschen Bevölkerung führen.

Das Gutachten zeigt auch eine Alternative zum Schweizer Ostkonzept auf, das während der nächtlichen Sperrzeiten und bei Westwind zum Tragen kommt. Unter anderem durch eine Verlagerung des aus Westen kommenden Flugverkehrs in den südlichen Bereich des Flughafens, könnte die Lärmbelastung nach Ansicht des Gutachters sogar verringert werden.

Für den Schwarzwald-Baar-Kreis würde dies 40 Prozent weniger Anflüge im Ostkonzept bedeuten, erklärte Landrat Sven Hinterseh. Statt 3000 Überflügen wären es nur noch knapp 1800 sein. "Man müsste es auf Schweizer Seite nur wollen", sagte Hinterseh.

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