Hochbegabte: Förderung am MINT-Exzellenz-Gymnasium

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Susanne Eisenmann, die Kultusministerin von Baden-Württemberg. Foto: Patrick Seeger/Archiv  Foto: 

Hochbegabte Kinder im Südwesten sollen ihr Fähigkeiten an einem geplanten MINT-Exzellenz-Gymnasium entfalten können. In Bad Saulgau sollen sie in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) besonders gefördert werden. „Wir müssen internationale Spitzenleistungen im MINT-Bereich ermöglichen und unsere Schüler hier deshalb gezielt fördern“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Leistungsstarke Schüler sollen an dem neuen Gymnasium ab dem Schuljahr 2021/22 unterrichtet werden.

In einem wirtschaftsstarken Land wie Baden-Württemberg sei eine solche Möglichkeit besonders wichtig, betonten Kretschmann und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Es müsse auch auf dem Land „Highlights“ der Bildung geben, um der Wirtschaft den Nachwuchs zu sichern. Vom Arbeitgeberverband Südwestmetall gab es Lob für das Vorhaben, „die MINT-Lücke“ in der Hochbegabtenförderung zu schließen. Verbandschef Stefan Wolf sagte, zugleich könne damit ein Ort geschaffen werden, an dem neue Konzepte einer breiten und praxisnahen MINT-Förderung und Lehrkräftefortbildung für das ganze Land entwickelt und erprobt würden.

Zuvor hatte der Ministerrat eine Grundsatzentscheidung für das Projekt im Landkreis Sigmaringen gefällt. Das voraussichtlich einmal vierzügige Gymnasium in dem Gebäude einer ehemaligen japanischen Schule wird im Internatsbetrieb für die Klassen 10 bis 12 geführt. Wer dort die Schulbank drücken will, muss eine Aufnahmeprüfung bestehen. Ähnliche Projekte in Bayern hätten sich bewährt, betonte Eisenmann. In Schwäbisch Gmünd gibt es bereits seit 2004 ein Landesgymnasium für Hochbegabte.

Schwerpunkt des MINT-Gymnasiums sind die Fächer Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik sowie Technik/Wirtschaft. Hinzu kommen verpflichtend ein praxisorientiertes Pflichtmodul „Wirtschaft“ und ein Frühstudium an einer Universität. Neben Südwestmetall trugen auch die Universitäten in Tübingen und Ulm sowie das Schülerforschungszentrum Bad Saulgau zum Konzept bei. Das Forschungszentrum und dessen Vernetzung mit Wirtschaft und Hochschulen gaben nach Worten Eisenmanns den Impuls für das neuartige Gymnasium. Es sei im Zusammenhang mit der Oberstufenreform mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Naturwissenschaften und dem geplanten Informatikunterricht an allen weiterführenden Schulen zu sehen.

Die an der neuen MINT-Schule beteiligten vier Ministerien für Kultus, Wissenschaft, Finanzen und Wirtschaft sollen nun einen Kostenplan zur Umsetzung der neuen Schule prüfen und die Ergebnisse bis zum dritten Quartal 2018 zur endgültigen Beschlussfassung vorlegen.

PM

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Kommentare

28.11.2017 16:43 Uhr

" ... und wurden früh schon alt"

Insofern sich gesellschaftlich die Verhältnisse seit längerem in der verkehrten Richtung zuspitzen, weil immer größere Teile der hiesigen Bevölkerung zunehmend öfter so tun, als ob sie ihrerseits den Bewegungsgesetzen eines modernen Gemeinwesens völlig enthoben und nicht unauflöslich daran gebunden sind, steht die Gründung eines Exzellenz-Gymnasiums für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften sowie Technik unter einem denkbar schlechten Stern. Die künftigen Schüler, so hochbegabt sie auch sein mögen, sollten sich angesichts dessen schon heute darauf einstellen, dass ihre Arbeitskraft dadurch lediglich verschlissen wird und sie gesundheitlich enorme Einschränkungen zu gewärtigen haben, solange sie an der auf ihren Gebieten jeweils fortgeschrittensten Erkenntnis festhalten. Zwar könnte die baden-württembergische Landesregierung im Zuge einer autoritativen Setzung für die vom Souverän verlangte Klarheit sorgen. Aller Voraussicht nach ist aber nicht zu erwarten, dass allen voran der Ministerpräsident den besagten Relativierungen notwendig ein Ende bereitet. Dessen Untätigkeit bewahrt insbesondere die besten der Besten nicht vor dem unentrinnbaren Schicksal, schon früh in vergleichsweise jungen Jahren bereits ein Dasein als Versehrte fristen zu müssen.

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