Grüne als Stachel im etablierten Politikbetrieb

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1980 erhielt Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Lothar Späth, einen Kaktus. Foto: Dick/Archiv

Die tiefere Symbolik des pieksigen Präsents: Die Grünen wollten Stacheln im Fleisch des etablierten Politikbetriebs sein. Der Christdemokrat habe das sportlich genommen, erzählte Regierungschef Kretschmann am Freitag in Stuttgart, nachdem der Tod Späths bekannt geworden war.

Als politischer Gegner habe er den realpolitischen Kurs der baden-württembergischen Grünen mitgeprägt. Er habe den jungen Abgeordneten deutlich gemacht, dass politische Wünsche nicht immer umgesetzt werden können, sagte Kretschmann. Er lobte auch Späths Humor und Weltoffenheit: "Die allermeisten Vorurteile, die man über die Schwaben hat, hat er schon geschleift."

Kretschmann schilderte seine letzte Begegnung mit dem äußerst warmherzigen und unterhaltsamen Späth. Er habe seine Vorgänger, die Ex-Regierungschefs Späth, Erwin Teufel, Günther Oettinger (alle CDU), in den Garten der Villa Reitzenstein geladen. Späth habe zum Schluss verkündet: "Jetzt duzen wir uns alle." Das sei ein wunderbarer Abend gewesen.

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