Große Unterschiede in Städten

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Die Armutsprostitution in Baden-Württemberg entwickelt sich regional unterschiedlich. Die Straßenprostitution hat in Mannheim und Karlsruhe nach Angaben örtlicher Sozialarbeiterinnen in diesem Jahr weiter zugenommen, in Stuttgart, Ulm und Freiburg hingegen ist sie eher unverändert.

In Stuttgart bieten täglich etwa 500 Prostituierte käuflichen Sex an, nach Angaben von Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer (FDP) zu mehr als 80 Prozent aus Armut oder Zwang. Das Ausmaß von Prostitution in der Landeshauptstadt sei hoch, habe aber zuletzt nicht weiter zugenommen. "Da stehen Frauen im Leonhardsviertel auf der Straße oder vegetieren erbärmlich in Laufhäusern dahin, werden vielfach misshandelt", sagt Fezer.

Die Zahl der Prostituierten in Mannheim schätzt das Diakonische Werk auf 500 bis 1200. "Wir haben bei der Prostitution Entwicklungen, die alles andere als gut sind", sagt der Fraktionschef der SPD im Gemeinderat, Ralf Eisenhauer. "Wichtig ist jetzt eine genaue Bestandsaufnahme, um eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen zu bekommen." In Karlsruhe gibt es mit rund 700 Frauen derzeit etwa doppelt so viele Prostituierte wie vor einem Jahr. "Die Not von Frauen aus Bulgarien, Rumänien oder Ungarn ist hier ähnlich wie in Mannheim", sagt Elisabeth Förter-Barth vom Diakonischen Werk Karlsruhe.

In Ulm hat die Stadtverwaltung keine wesentliche Veränderung bei der Zahl der Prostituierten festgestellt. Sozialbürgermeisterin Iris Mann räumt ein, dass es zwar keine belastbaren Informationen gebe. Straßenprostitution in nennenswertem Umfang gebe es aber nicht.

Dies gilt, abgesehen von vereinzelter Beschaffungsprostitution drogenabhängiger Frauen, auch für Freiburg. Der Anteil von Frauen aus Bulgarien habe deutlich zugenommen, sagt die Sozialarbeiterin Simone Heneka. Das Milieu hat sich nach ihrer Einschätzung Anfang 2013 verändert. Damals wurden die Standorte für 120 geduldete "Terminwohnungen" festgelegt. Diese seien in der Hand weniger Personen, was für die Frauen zu einer verstärkten Abhängigkeit geführt habe.

Prostitution ist nicht auf die großen Städte beschränkt. So stehen inzwischen Prostituierte auch auf den Ausfallstraßen von Bruchsal. In Pforzheim heißt es im Ordnungsamt, dass dort die Straßenprostitution vor einigen Monaten aufgekommen, inzwischen aber wieder verschwunden sei.

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