Grippewelle legt Kliniken und Trambahn Lahm

Auch Gesunde können unter der Grippewelle im Land leiden: Kranke Stadtbahnfahrer und Ärzte sorgen für Engpässe im Nahverkehr und in Kliniken.

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Die Grippe greift um sich. Vergangene Woche wurden nach Angaben des Landesgesundheitsamtes von gestern bei 1371 Personen Influenza-Viren nachgewiesen. Das sind fast 300 Fälle mehr als in der Woche zuvor. Damit steigt die Zahl der Infektionen seit Jahresbeginn auf insgesamt 3686 an. Wegen ungewöhnlich vieler Grippefälle bei Tramfahrern fallen in Karlsruhe seit Tagen Bahnen im öffentlichen Nahverkehr aus. Die Lage an den Kliniken in Südbaden bleibt weiter angespannt. Einige Kliniken hatten Ende voriger Woche erklärt, ihre Kapazitätsgrenzen erreicht zu haben.

"Wir lehnen niemanden ab", sagte ein Sprecher des Universitätsklinikums Freiburg. Aber planbare Operationen und Untersuchungen würden teilweise verschoben. Es gebe "keine signifikante Änderung" der Lage. Am Freitag hatte die Uniklinik mitgeteilt, dass die Kinderklinik voll belegt sei. Der Krankenstand beim Personal liege bei zehn Prozent.

In Karlsruhe stockt der öffentliche Nahverkehr. Betroffen waren auch am Montag sowohl die Straßenbahnen im Stadtgebiet als auch die Stadtbahnen ins Umland. "Wir haben einen außergewöhnlich hohen Krankenstand", sagte eine Sprecherin der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK). Zwischen 17 und 20 Prozent der Fahrer fehlten; normal seien acht bis zehn Prozent. Insgesamt fahren knapp 700 Fahrer für AVG und VBK. Besonders ärgerlich für die Kunden seien Ausfälle der Stadtbahnen, die in größerem Abstand fahren. Alleine gestern wurden 23 Fahrten gestrichen.

Die wöchentlichen Infektionszahlen bei den klassischen Grippekranken liegen bereits höher als vor zwei Jahren: Im Winter 2013 wurden nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) bis zu 1038 Menschen in einer Spitzenwoche positiv auf Influenzaviren getestet. Von Anfang Januar bis Mitte Februar waren es damals 2385 Menschen gewesen. Die Virusinfektion hat sich im gesamten Bundesgebiet ausgebreitet. Bis zum 10. Februar gab es seit Beginn der diesjährigen Grippesaison fast 11.000 bestätigte Fälle, die meisten davon im Osten und Süden.

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