Glückwünsche an sieben Tagen

An seinem 75. Geburtstag blickt Wolfgang von Stetten am Freitag zufrieden zurück. Der streitbare CDU-Politiker zeigt sich auf Burg Stetten bei Künzelsau dankbar für ein "glückliches, erfülltes Leben".

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Wolfgang von Stetten: "Ein glückliches, erfülltes Leben".  Foto: 

Drei Beile zieren das Wappen des Adelsgeschlechts von Stetten. "Allzeit scharf" soll damit symbolisiert werden. Wolfgang von Stetten, promovierter Jurist, hat diesen Wahlspruch seiner Sippe mit weit verzweigtem Stammbaum stets beherzigt. Der kämpferische Baron wird am Freitag 75 Jahre alt. Gefeiert wird auf Schloss Stetten bei Künzelsau nicht nur am Freitag ab 11 Uhr. Der Happy-Birthday-Marathon mit mehreren hundert Gratulanten erstreckt sich über sieben Tage. Der vitale Freiherr wird auch in Bad Mergentheim, Künzelsau und Berlin Glückwünsche entgegennehmen - in der Hauptstadt erwartet er am Dienstag die Bundeskanzlerin. "Ich bin ein glühender Verehrer von Frau Merkel", sagt der Jubilar, "obwohl ich nicht alle ihre Gedankengänge verstehe."

Wolfgang von Stetten, in Niederwartha bei Dresden geboren, kann auf mehrere Karrieren stolz sein. Vom Professor für Wirtschaftsrecht an der Hochschule Heilbronn wechselte er zum erfolgreichen Unternehmer mit 160 Mitarbeitern, spezialisiert auf Seniorenresidenzen. Bauen und Renovieren bezeichnet er als "meine Leidenschaft". Auch wenn er sich mitunter bescheiden Landwirt nennt, hat er doch vor allem als Politiker Aufsehen erregt und keinen Konflikt gescheut. Vom Ortschaftsrat über den Gemeinderat und den Kreistag hat er bis zum Bundestag überall dort mitgewirkt, wo er als Christdemokrat seine nicht immer bequemen Ideen einbringen konnte. Seine Nachfolge als MdB nach zwölf Jahren trat 2002 der älteste Sohn Christian (45) an. Der Adlige ist weiter in der Politik aktiv, seit 2005 führt er die 4500 Mitglieder der Seniorenunion im Land, seit 2010 ist er Vizechef dieser Gruppierung auf Bundesebene.

Der Honorarkonsul von Litauen (seit 2004) hat sich mit viel Engagement und eigenem Geld um "Wolfskinder" gekümmert. Die elternlosen Kinder deutscher Herkunft fristeten im Baltikum ein armseliges Dasein. Der Freiherr holte sie aus dem gesellschaftlicher Abseits, verhalf ihnen zu einer kleinen Rente.

"Meine Ziele habe ich mit Ausdauer und einer gewissen Zähigkeit erreicht", zieht von Stetten jetzt Bilanz. Alle Berufe und Positionen habe er "mit Freude ausgeübt". Nicht immer habe alles ohne Umwege geklappt, aber Probleme seinen ja dazu da, "überwunden zu werden", sagt er im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE.

Besonders wichtig ist dem Baron, dass jetzt seine Familie Schloss Stetten samt Umland ganz besitzt. Das Territorium, bis 1806 unabhängig, gehörte auch Verwandten in Kanada, die ihren Anteil verkauften. Der Burggraben ist seit 26 Jahren ein Freilichttheater.

Den "größten Wunsch" allerdings hätten ihm und seiner Frau Silvia (verheiratet seit 46 Jahren) Sohn Christian und Schwiegertochter Natalie mit der Geburt der Enkelin Louisa Silvia erfüllt, gab er Einblick in das sonst abgeschottete Familienleben des Abgeordneten.

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