Gewerkschaft fordert geringeren Stellenabbau bei Bosch

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Ein Haufen roter Trillerpfeifen mit Gewerkschafts-Logo. Foto: Jens Wolf/Archiv

"Nach wie vor ist nicht sauber erkennbar, wie das sozialverträglich abgewickelt werden kann. Wir sehen ein Potenzial von maximal 350", kritisierte der Erste Bevollmächtigte Roland Hamm von der zuständigen Geschäftsstelle in Aalen (Ostalbkreis) nach einer Betriebsversammlung in Schwäbisch Gmünd am Montag. Dort seien laut Hamm etwa 1800 Mitarbeiter über die Sparpläne informiert worden. "Die Stimmung war sehr eisig", berichtete er. "Das Konfliktthema wird immer größer. Die Fähigkeit, das offen zu kommunizieren, immer kleiner." Die Gewerkschaft fordert einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.

Im Werk Schwäbisch Gmünd gibt es aktuell 5500 Stellen. Bereits im Frühjahr hatte Bosch AS ein Kostensenkungsprogramm angekündigt. Die frühere ZF Lenksysteme war Anfang vergangenen Jahres komplett von Bosch übernommen worden. Bosch AS hat weltweit 14 500 Mitarbeiter, davon etwa 6000 in Deutschland. Laut Bosch sollen die Streichungen sozialverträglich erfolgen. Als Gründe für den Stellenabbau nannte die Bosch-Tochter vor allem Konkurrenzdruck und Preisverfall bei Lenkungen für Autos und Lastkraftwagen.

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20.09.2016 18:13 Uhr

Preisgabe

Sich in einem Betrieb für innovative Formen der Arbeitsgestaltung zu entscheiden, erhöht zwar die Chancen, dass die aufgrund dessen erbrachten Leistungen von Bestand sind. Zugleich verstärken sich aber auch die Risiken, solch eine arbeitspolitisch notwendige Abkehr von restriktiven Arbeitsformen nicht unversehrt vollziehen zu können, wie die beiden Industriesoziologen Kuhlmann/Schumann im Sammelband zur Arbeit der Zukunft kritisch anmerken, der vom Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Hoffmann, gemeinsam mit der Leiterin der Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung, Bogedan, vergangenes Jahr herausgegeben wurde. Insofern gehört es zu einer offenen Kommunikation vor allem vonseiten der Industriegewerkschaft Metall, die Belegschaft der Schwäbisch Gmünder Bosch AS darüber aufzuklären und ihnen gleichsam reinen Wein einzuschenken, dass selbst dann, wenn sie künftig im Unternehmen verbleiben, sie angesichts der gegenwärtigen Verhältnisse kaum Aussichten darauf haben, gesund in Rente zu gehen, weil Dritte ihr Ausscheiden dadurch erzwingen, das bestenfalls in die Invalidität einmündet. Die Gewerkschaft könnte allerdings die ausschließlich für die besagten Offizialdelikte zuständige Staatsanwaltschaft einschalten. Solange sie jedoch auf eine dementsprechende Aufforderung verzichtet, müsste die Ermittlungsbehörde eigeninitiativ tätig oder auf Weisung des baden-württembergischen Justizministeriums dazu angehalten werden. Geschieht weder das Eine noch das Andere, blicken die davon betroffenen Menschen ihrer Preisgabe entgegen.

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