GEW: Reformen nach der Wahl fortsetzen Gewerkschaft fordert Entlastung der Lehrer

Ein Lob und eine Warnung von der GEW: Die Gewerkschaft lobt die Regierung für die Bildungsreformen und warnt vor einem Umbau nach der Wahl.

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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Fortsetzung begonnener Bildungsreformen auch über die Landtagswahlen hinaus gefordert. "Beim grundlegenden Umbau des Bildungssystems ist es falsch, in Wahlperioden zu denken oder gar nach drei Jahren abgeschlossene Projekte zu erwarten", sagte die Landesvorsitzende Doro Moritz in Stuttgart.

Knapp sechs Wochen vor der Landtagswahl am 13. März lobte die Gewerkschaft die grün-rote Regierung für die Auflösung eines Reformstaus. Sie kritisierte aber auch, dass es kaum Vorschläge für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Lehrern gebe. Keine Partei gehe in ihrem Wahlprogramm darauf ein, wie ausfallende Lehrer vertreten werden sollen. Die Gewerkschaft erwartet eine Steigerung der Fehlzeiten, etwa durch Krankheit. Die GEW forderte, Schulleiter kleiner Schulen zu entlasten und junge Lehrer wieder besser zu bezahlen.

Das Kultusministerium wies die Kritik, die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen seien dringend verbesserungsbedürftig, zurück. Damit Schulleitern mehr Zeit für Leitungsaufgaben haben, seien zusätzliche Deputate zu deren Entlastung bereitgestellt worden. Die Zahl der ausgefallenen Lehrerstunden liege seit Jahren bei rund drei Prozent.

Kein gutes Zeugnis stellte Gewerkschaftschefin Moritz allen Beteiligten in der Auseinandersetzungen um die schulischen Veränderungen im Land aus: Die Debatte wird ihrer Ansicht nach "hoch emotional und unsachlich" geführt.

Am heftigsten umstritten war in der grün-roten Bildungspolitik die Verankerung der Leitperspektive "Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt" im Bildungsplan. Aus GEW-Sicht sieht der Bildungsplan jedoch eine durchaus altersgemäße Befassung mit unterschiedlichen sexuellen Identitäten vor.

Bei mehreren "Demos für alle" in Stuttgart waren Tausende Menschen gegen eine "Sexualisierung unserer Kinder" auf die Straße gegangen. "Aufgabe der Schule ist es, Toleranz und Akzeptanz gegenüber der Verschiedenheit von Menschen zu schaffen", sagte Moritz. Das sei besonders jetzt wichtig, wo Rechtspopulismus, Rassismus und Gewalt gegenüber Minderheiten zunehmen. Moritz schlussfolgerte: "Jede ,Demo für alle' liefert den Beweis für die Notwendigkeit der Verankerung dieser Leitperspektive."

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