Getex-Übung: Vorsorge für die Terror-Apokalypse

|
Thomas Strobl und Ursula von der Leyen. Foto: dpa  Foto: 

Es ist eine regelrechte Terror-Apokalypse, die sich die Autoren der ersten gemeinsamen Übung von Polizei und Bundeswehr in sechs Bundesländern ausgedacht haben: In mehreren europäischen Staaten kommt es ab Mitte Februar zu Attacken durch Dschihadisten. Bombenanschläge, dazu greifen Terroristen mit Schnellfeuer-Waffen zivile Ziele an mehreren Orten an. „Mumbai-Stil“ nennen das die Behörden unter Bezugnahme auf die verheerenden Anschläge in der indischen Metropole 2008.

Auch in Deutschland spitzt sich die Lage in den folgenden Wochen zu. Der Verfassungsschutz hat ernst zu nehmende Hinweise, es kommt zu Verhaftungen, Angst macht sich breit. Dann, am 7. März, geht es richtig los: Ab morgens um acht starten Dschihadisten bundesweit Anschläge. Auf zwei Schulen in Niedersachsen, einen Flughafen in Düsseldorf, einen Bahnhof und einen Bus in Bayern, dazu Hinweise auf weitere Pläne.

Während sich zu allem Unglück noch in Norddeutschland Neonazis zusammenrotten, gehen in Stuttgart Drohungen ein, das Trinkwasser der Stadt zu vergiften. Wenig später stürmen Angreifer das Konsulat des fiktiven Staates „Westland“. Dabei sind mit 33 Hundertschaften schon alle Kräfte der baden-württembergischen Polizeien im Einsatz. Und nun? Was tun?

In so einem Fall „katastrophischen Ausmaßes“, wie das Bundesverfassungsgericht formuliert hat, dürfte die Bundeswehr auf Anforderungen der Länder im Inland mit militärischen Mitteln einspringen. Das passierte dann auch bei der Übung „Getex“ („Gemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise“), die in den vergangenen Tagen abgelaufen ist.

Da es sich um eine „Stabsrahmenprüfung“ handelte, also Abläufe der „Entscheidungs- und Kommunikationswege“ geübt wurden, bekam man als Bürger nicht viel mit von der Katastrophe und den Versuchen der geballten Staatsmacht, der Lage Herr zu werden. Deshalb informierten gestern Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihr Parteifreund, der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl in Stuttgart über den Gang der Dinge.

Konkrete Ergebnisse gab es noch nicht – abgesehen vom vorsichtigen Hinweis Strobls, dass „Geschwindigkeit ein Thema ist, bei dem wir uns verbessern können“. Beide Politiker wiesen aber mehrfach darauf hin, dass die Übung, an der es auch Kritik gegeben hatte, dringend notwendig gewesen sei. „Es ist ein Gebot der Vernunft“, sagte von der Leyen, „Vorsorge zu leisten für den Tag, von dem man hofft, dass er nie eintritt.“

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Kuhberg: Was den Anwohnern Sorgen macht

30 Ulmer gehen mit dem Oberbürgermeister über den Unteren Kuhberg und sagen, was ihnen Sorgen macht. weiter lesen