Gefängnis-Bau verzögert sich

Der Architekten-Wettbewerb und damit der Bau des Gefängnisses in Rottweil wird sich um mindestens ein Jahr verzögern. Das Land will beim geplanten Standort "Esch" zunächst noch eine Ergänzungsfläche prüfen.

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Neuer Platz für das Gefängnis: Eventuell wird es in dem Wäldchen hinter dem Transparent gebaut. Ob das Gelände geeignet ist, wird untersucht.  Foto: 

Ursprünglich war der Zeitplan für den Bau des Gefängnisses in Rottweil so, dass im Frühjahr ein Architekten-Wettbewerb ausgelobt werden sollte. Die Spezialisten am Bau sollten sich den Kopf darüber zerbrechen, wie die Justizvollzugsanstalt (JVA) für 400 Häftlinge architektonisch gestaltet und landschaftsverträglich in das Gelände modelliert werden könnte. Doch die Architekten bekommen ein Jahr länger Zeit, sich daran abzuarbeiten - und eventuell neue Vorgaben.

Denn das Land hat sich bereiterklärt, ein Grundstück neben dem geplanten Standort "Esch" am Stadtrand von Rottweil faunistisch, floristisch und geologisch untersuchen zu lassen. Das Waldgrundstück hat die Stadt dem Land angeboten, nachdem der Rottweiler Gemeinderat dem zugestimmt hatte. Grund für das Angebot ist, dass das "Esch" als Baugebiet für die JVA vor allem von Bürgern aus den angrenzenden Nachbarorten Villingendorf und Dietingen nach wie vor kritisch gesehen wird.

Wenn das Ergänzungsgrundstück für den JVA-Bau geeignet ist, könnte sich die Baufläche weg vom Neckartal-Radweg und hin zur B 27 verschieben. Das Gelände dort ist leicht abschüssig, so dass sich die JVA dem direkten Blickfeld der Radweg-Passanten entziehen würde. Damit wäre ein Argument der Gegner ausgeräumt: dass die JVA direkt am Radweg gebaut werde und die Strecke an Attraktivität verlöre.

"Gerade im Interesse einer größtmöglichen Akzeptanz in der Bevölkerung streben wir eine möglichst landschaftsverträgliche Einbettung der Anstalt an", heißt es in einer Mitteilung des Justizministeriums. Deshalb werde die Ergänzungsfläche geprüft. "Diese Entscheidung des Landes entspricht dabei auch dem Wunsch des Bürgermeisters von Villingendorf und der lokalen Natur- und Umweltschutzverbände", informiert das Ministerium weiter.

Geplant ist, auf dem Gelände ein Gefängnis für 400 Häftlinge zu bauen und im Gegenzug mehrere kleine und veraltete Haftanstalten in der Region zu schließen. Es gab heftigen Widerstand, doch ein Bürgerentscheid im September 2015 sorgte für klare Verhältnisse. Die Suche nach einem geeigneten Standort dauerte Jahrzehnte. Deshalb komme es auf das eine Jahr Verzögerung nun auch nicht mehr an, heißt es in Rottweil und Stuttgart.

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