GdP-Landeschef: Finanzsituation ist „geordnet“

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei im Land, Hans-Jürgen Kirstein, reagiert mit Rundbrief auf Bericht über Schulden der Organisation.

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Die derzeitige Finanzsituation des Landesbezirks der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sei „nicht so desolat wie in der Presse dargestellt“, versicherte Landeschef Hans-Jürgen Kirstein den GdP-Mitgliedern am Montag per Rundschreiben. Die Handlungsfähigkeit sei „in vollem Umfang“ gegeben. Es gebe Verbindlichkeiten gegenüber dem Bundesverband. Diese seien aber als „innerfamiliär“ zu sehen. „Die Finanzsituation der GdP kann ich momentan als herausfordernd, aber geordnet beschreiben.“

Mit dem Schreiben reagierte Kirstein auf einen Bericht der SÜDWEST PRESSE vom Samstag über Finanzprobleme und Personalstreitigkeiten bei der GdP. Nach Recherchen dieser Zeitung hatten GdP und ihr Wirtschaftsunternehmen 2003 bei Banken, einer Versicherung und dem GdP Bund 6,97 Millionen Euro Schulden angehäuft.

Weiterer Mobbingvorwurf

Ende September 2016 hatte der Landesbezirk laut internen Dokumenten noch 1,82 Millionen Euro Schulden beim Bundesverband, in diesem Zusammenhang war auch von einer möglicherweise drohenden Insolvenz die Rede. Auf die Frage, ob dem Landesbezirk weiter die Insolvenz drohe, hatte Kirstein am Freitag nur mitgeteilt, dass die Finanzsituation „nach wie vor eine Herausforderung“ für den Vorstand sei, die „in enger Kooperation“ mit Finanzexperten des Bundes bearbeitet werde. In dem Schreiben spricht Kirstein nun mit Blick auf die 2003 aufgedeckte Altlast von „kriminellen Machenschaften des damaligen Landeskassierers“, der 2003 verstarb.

Anders als am Freitag bestätigte der GdP-Chef, dass „arbeitsrechtliche Schritte“ gegen den langjährigen Landesgeschäftsführer eingeleitet worden seien. Kirstein begründet dies mit mangelndem Vertrauen und Handlungen, „die uns dazu bewogen haben, die Staatsanwaltschaft einzuschalten“. Details nennt er nicht.

Kündigung wird kontrovers diskutiert

Die Ende 2016 erstmals ausgesprochene Kündigung wird in der GdP kontrovers diskutiert. Die Betriebsrätin hat sich klar gegen die Kündigung ausgesprochen und beklagt,  dass „offenkundig händeringend nach Kündigungsgründen“ gesucht werde, um den Landesgeschäftsführer auf Druck des Bundesvorstands loszuwerden. Ex-GdP-Landeschef Rüdiger Seidenspinner wirft Nachfolger Kirstein in diesem Zusammenhang Mobbing vor. In einem Schreiben an die GdP-Führung, das dieser Zeitung vorliegt, beklagt sich zudem eine frühere Mitarbeiterin der GdP-Tochter GdP Service GmbH, sie sei bis zu ihrem Ausscheiden zum 31. Mai 2017 „massiven Mobbing- und Bossingangriffen durch die neue Geschäftsleitung der GdP“ ausgesetzt gewesen.

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