Freundin auf Wunsch getötet: Bewährung

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Ein 35-Jähriger hat seine Freundin auf ihr Verlangen hin mit einer Überdosis Heroin getötet - das Landgericht Heilbronn hat ihn gestern zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der Angeklagte muss zudem eine Therapie beginnen und 100 Sozialstunden leisten. Das Gericht sah es nach der Verhandlung als erwiesen an, dass er bei der Tat "die wesentlichen Dinge in der Hand hatte". Ursprünglich wollten die beiden gemeinsam Selbstmord verüben. Doch der Mann überlebte.

Das Gericht erkannte es in der Urteilsbegründung als strafmildernd an, dass der 35-Jährige aus sehr schwierigen familiären Verhältnissen stamme und selbst drogenabhängig gewesen sei. Zudem sei seine Lebensgefährtin schwer depressiv gewesen und habe bereits einen Selbstmordversuch hinter sich gehabt.

Den gemeinschaftlichen Suizid hatte das Paar penibel vorbereitet: Am 3. Januar 2012 hatten sich der Angeklagte und das Opfer in eine Pension in Bad Rappenau bei Heilbronn eingemietet. Der Mann hatte zuvor in den Niederlanden Heroin besorgt. Nach dem Konsum anderer Drogen habe der Angeklagte seiner Freundin auf ihren Wunsch hin die Überdosis gespritzt, erklärte das Gericht. Danach soll er sich das restliche Heroin selbst injiziert haben. Die Freundin starb.

Als der Angeklagte seine tote Freundin nach dem Erwachen am nächsten Tag neben sich liegend entdeckte, sei er zunächst unkontrolliert umher gefahren und habe erneut versucht, sich das Leben zu nehmen. Erst Tage später stellte er sich der Polizei.

Der Vorsitzende Richter hielt dem Angeklagten vor, er habe die Angehörigen des Opfers durch eine gefälschte SMS getäuscht. "Für die Angehörigen, möchte ich sagen, tut es mir leid", sagte der 35-jährige Angeklagte denn auch in seinem Schlusswort. Laut Gericht haben sich die Frau und der Angeklagte 2009 bei einer Entzugstherapie kennengelernt.

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