Freiburger Mord: De Maizière verärgert über griechische Behörden

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Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat den griechischen Behörden im Freiburger Mordfall schwere Vorwürfe gemacht. Der tatverdächtige Flüchtling, dem Vergewaltigung und Mord an einer 19-jährigen Studentin vorgeworfen wird, sei bereits in Griechenland zu zehn Jahren Haft wegen versuchten Mordes verurteilt worden, sagte de Maizière in Berlin. Nach zweieinhalb Jahren Haft sei er 2015 unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Als er den Meldeauflagen nicht nachgekommen sei, hätten ihn die griechischen Behörden nur zur nationalen, aber nicht zur internationalen Fahndung ausgeschrieben.

Datenbanken verknüpfen

„Das ist ein sehr ärgerlicher Vorgang. Wir werden das sicherlich mit der griechischen Seite auch zu besprechen haben“, sagte de Maizière.

Der Innenminister sieht sich durch den Fall in seiner Forderung nach einer besseren Verknüpfung europäischer Datenbanken bestätigt. De Maizière nannte vier Datentöpfe, die dafür in Frage kommen: Die Flüchtlings-Datenbank „Eurodac“, das Schengener Informationssystem, das Visa-Informationssystem und Sicherheitsdatenbanken wie Inpol. „Diese Daten sind bisher nicht miteinander verknüpft, so dass auch eine Nachfrage bei Europol nicht ergibt, ob es sich um einen Straftäter handelt“, sagte de Maizière. Die Verknüpfung müsse auch für die Strafregister gelten.

Der junge Mann aus Afghanistan soll auf der griechischen Insel Korfu eine 20-jährige Studentin eine hohe Klippe hinabgeworfen haben. Das Opfer soll schwer verletzt überlebt haben.

Der Mordverdächtige hatte den deutschen Behörden angegeben, er stamme aus Afghanistan und sei 17 Jahre alt. Bei seiner Einreise im November 2015 will er 16 gewesen sein. Sowohl Herkunft als auch genaues Alter sind aber weiterhin unklar.

dpa

Südwestumschau

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