Flüchtlingsrat gegen Flüchtlings-Umsiedlung nach Quote

Viele anerkannte Flüchtlinge dürfen den Wohnort nicht frei wählen. Das verhindere Ghetto-Bildung, sagt das Innenministerium, der Flüchtlingsrat warnt.

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Gegen eine Wohnsitzauflage für anerkannte Flüchtlinge hat sich der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg ausgesprochen. Starr gleichmäßig im Land zu verteilen, „mag rein rechnerisch gerecht sein, aber es ist nicht unbedingt ein guter Start in ein selbstbestimmtes Leben“, sagte die Vorsitzende Angelika von Loeper. Vor der Tagung „Flüchtlingsschutz in Gefahr“ an diesem Wochenende in Bad Herrenalb warnte sie vor unverhältnismäßigen Härten für den Fall, dass die Wohnsitzverpflichtung vom Land ohne Berücksichtigung der Einzelschicksale umgesetzt werde.

„Wir lehnen es ab, wenn ein anerkannter Flüchtling nicht mehr frei wählen kann, wo er wohnt“, sagte von Loeper. „Das ist ein Integrationshindernis.“ Dramatisch könne sich ein Zwangsumzug für eine Familie auswirken, bei der die Kinder schon im Kindergarten oder in der Schule Kontakte geknüpft hätten. „Nach der Flucht werden sie dann erneut aus ihrem Umfeld gerissen.“

Anerkannte Flüchtlinge sollen im Südwesten einer Kommune in dem Landkreis zugewiesen werden, in dem sie schon während des Asylverfahrens waren.

Die Wohnsitzauflage soll laut Innenministerium verhindern, dass in Großstädten Ghettos entstehen, in denen viele Syrer, Afghanen oder Menschen anderer Herkunft leben. Auch könnten Wohnraum, Sprach- und Arbeitsangebote im ländlichen Raum sonst ungenutzt bleiben.

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