Flüchtlinge im Holzhaus

Holzhäuser eignen sich optimal für die Unterbringung von Flüchtlingen. Die hochwertigen Gebäude können rasch errichtet und später genutzt werden für andere Zwecke wie Kindergärten oder Studentenheime.

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Hochwertig, nachhaltig und flexibel: In zwei dreigeschossigen Holzhäusern gibt es 30 Wohnungen für Flüchtlinge in Korntal-Münchingen.  Foto: 

Die Patentlösung für die rasche Unterbringung vieler Flüchtlinge besteht aus Holz. Häuser aus dem einzigen nachwachsenden Baumaterial könnten "schnell, nachhaltig und wirtschaftlich" errichtet werden, erklärte Forstminister Alexander Bonde (Grüne) gestern in Korntal-Münchingen (Kreis Ludwigsburg). In der derzeit angespannten Situation sei diese Bauweise optimal, erklärte der Politiker bei der Besichtigung zweier Prototypen. Die beiden Häuser sind im Auftrag der Kommune errichtet worden.

"Die Schnelligkeit des Holzbaus prädestiniert ihn geradezu für die aktuelle Herausforderung", sagte Bonde. Tatsächlich hat die Firma Holzbau Bauer aus Satteldorf (Kreis Schwäbisch Hall) die beiden Gebäude - jedes kostet eine Million Euro - innerhalb von fünf Monaten aufgestellt. Wenn sich das System eingespielt habe, "brauchen wir einen Monat weniger", sagte Walter Bauer, Chef des 1884 gegründeten Familienbetriebs.

Auf drei Stockwerken sind jetzt 15 Wohnungen untergebracht. Sobald der Bedarf geringer wird, können daraus durch einfache Veränderung der Aufteilung neun Einheiten werden. Eine Nutzung sei für Sozialwohnungen, als Kindergarten oder als Studentenheim denkbar. Die Wände aus Holzfaserplatten, Steinwolle und einer Ebene für Klima und Installation entsprächen einem 73 Zentimeter dicken Mauerwerk, erläuterte Bauer.

Solche Häuser könnten in Baden-Württemberg rund 25 mittelständische Zimmereien errichten, sagte Sylvie Wiest vom Netzwerk "Pro Holz BW". Mit den Baracken der Nachkriegszeit hätten diese Gebäude überhaupt nichts zu tun, betonte Landesforstpräsident Max Reger. "Sie sehen gut aus, erfüllen höchste Energiestandards, sind hervorragend gedämmt und haben eine angenehme Wohnatmosphäre", zählte Reger auf. Holz wird seiner Meinung nach als Baustoff für den mehrgeschossigen Bereich "noch unterschätzt", da gebe es "noch viel Potenzial". Anders sehe es bei den Einfamilienhäusern aus, für die jetzt bereits zu 25 Prozent Holz gewählt werde. Bei den Gewerbebauten seien es schon 23 Prozent. Dies, so Reger, seien "bundesweit die höchsten Werte".

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