Fessenheim 2016 vom Netz

Präsident Hollande macht Nägel mit Köpfen: Bis 2016 soll das Atomkraftwerk Fessenheim vom Netz. Umweltschützer fordern ein schnelleres Aus.

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Das Aus für das französische Atomkraftwerk Fessenheim ist besiegelt. Der Reaktor direkt am Rhein, nur rund 30 Kilometer von Freiburg entfernt, wird bis Ende des Jahres 2016 endgültig abgeschaltet. Das kündigte gestern der französische Präsident François Hollande in Paris an. Umweltschützer fordern schon seit langem die Abschaltung der Anlage, die die älteste des Landes ist. Das 1977 in Betrieb genommene Atomkraftwerk mit zwei Druckwasserreaktoren liegt in der Erdbebenzone des Rheingrabens und ist nach Meinung der Atomkraftgegner veraltet und pannenanfällig.

Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) forderte in Stuttgart eine schnellere Abschaltung des Kernkraftwerks. Die Ankündigung von Hollande sei ein wichtiger Schritt. "Allerdings fällt der Schritt deutlich zu kurz aus." Hollande habe mit Ende 2016 wirklich den letztmöglichen Zeitpunkt gewählt, um vor der nächsten Präsidentschaftswahl ein Wahlversprechen der diesjährigen Präsidentschaftswahl wahr zu machen.

Der Nabu-Landesvorsitzende Andre Baumann sagte, bis 2016 seien es noch lange vier Jahre. "Dabei zählt gerade bei diesem Schrottreaktor jeder Tag: Je früher er vom Netz geht, desto besser." Gegen den Reaktor hatte es auf deutscher und französischer Seite der Grenze immer wieder Proteste gegeben. Der CDU-Abgeordnete Ulrich Lusche begrüßte den Stilllegungs-Plan und griff gleichzeitig Untersteller an. Nun den Zeitpunkt zu kritisieren, wie es der Grünen-Politiker mache, halte die CDU für verfehlt, sagte Lusche. Entscheidend sei, dass Fessenheim definitiv dauerhaft vom Netz gehe.

Erst am Mittwoch vergangener Woche hatte es wieder einen Zwischenfall in Fessenheim gegeben. Bei Routinearbeiten mit nicht radioaktivem Wasserstoffperoxid kam es nach Angaben des Betreibers EDF zur Dampfentwicklung, die einen Brandalarm auslöste. Zahlreiche Sicherheitskräfte und die Feuerwehr rückten aus.

Hollande sicherte am Freitag zu, dass durch die Stilllegung des Atomkraftwerks keine Arbeitsplätze verloren gehen würden.

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