FDP macht sich für Kurzausbildung stark

Die FDP greift einen Vorschlag aus der Wirtschaft auf: Flüchtlingen soll mit einer verkürzten dualen Ausbildung die Integration erleichtert werden.

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In der Beurteilung der Flüchtlingsproblematik ist sich die FDP-Landtagsfraktion einig, berichtete der Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke am Freitag von der Klausursitzung in Göppingen: Die Politik der Bundeskanzlerin Angela Merkel habe zu chaotischen Zuständen geführt. Unter Verweis auf die Kritik der früheren Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier und Udo di Fabio verwies Rülke auf "eine Reihe von Rechtsbrüchen" durch die Kanzlerin. "Im Land und im Bund brauchen wir jetzt alle Härte", forderte Rülke.

Gleichzeitig haben sich die Freien Demokraten aber auch mit Fragen der Integration befasst. "Alle Experten sind sich einig, dass der Zugang zum Arbeitsmarkt und zur Ausbildung eine der wichtigen Säulen der Integration von Flüchtlingen darstellt", sagte Rülke. In Göppingen haben die Abgeordneten deshalb ein Positionspapier zur Eingliederung junger Flüchtlinge in die Arbeitswelt beschlossen. Es fuße auf einem konkreten Vorschlag des Seniorchefs des Ditzinger Maschinenbauers Trumpf, Berthold Leibinger. Danach solle das duale System künftig auch eine auf ein Jahr verkürzte, kompakte Ausbildung für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive vorsehen. Neben dem Erwerb praktischer Kenntnisse im Betrieb und der Sprachförderung müssten die Flüchtlinge auch mit den kulturellen und rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland vertraut gemacht werden.

Diese staatlich anerkannte, verkürzte Ausbildung solle auf eine normale dreijährige duale Ausbildung angerechnet werden können. Trumpf wolle "mit einer nicht unerheblichen" Zahl von Ausbildungsplätzen starten, sagte Rülke unter Berufung auf ein Gespräch mit Leibinger. Auch der Ehrenvorsitzende der Bosch-Gruppe, Hermann Scholl, der teilgenommen habe, habe Interesse signalisiert.

"Angesichts des Mangels an Auszubildenden in vielen praktischen Berufen wäre das eine Chance, von der alle Seiten profitieren könnten", stellte Rülke fest. Er äußerte die Erwartung, dass Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) den Vorschlag, der von der Politik unterstützt werden müsse, "zur Chefsache" mache. Es komme darauf an, jetzt keine Zeit zu verlieren, auch damit die vielen jungen Flüchtlinge "Sinngebung" erführen.

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