Fall Nadine E. - Angeklagter Ehemann tötet sich in Gefängniszelle

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Mehr als ein Jahr nach dem Tod von Nadine E. in Ludwigsburg hat sich der wegen Totschlags angeklagte Ehemann im Gefängnis das Leben genommen. Wie ein Sprecher des Justizministeriums am Montag sagte, war seine Leiche am Morgen in der Zelle der Justizvollzugsanstalt (JVA) Stuttgart-Stammheim gefunden worden. Laut Gefängnisleiter Matthias Nagel erhängte sich der Angeklagte mit Stoffteilen. Er war allein in der Zelle. Das sei vorgeschrieben, um etwa Übergriffe zu vermeiden.

Der Mann stand wegen der Tötung seiner 36-jährigen Frau vor Gericht. Ihre nackte Leiche war vor mehr als einem Jahr in Ludwigsburg entdeckt worden. Dem 43-Jährigen wurde vorgeworfen, die von ihm getrennt lebende Frau am 12. Oktober 2015 zu Hause erwürgt zu haben. Er hatte die Tat vehement bestritten.

Die Verteidigung hatte beantragt, ihn aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Eine Sprecherin des Gerichts sagte, die Kammer habe das inzwischen abgelehnt. Man habe den dringenden Tatverdacht weiter als gegeben angesehen. Laut Ministerium hatte der psychologische Dienst noch am 30. Januar mit dem Mann gesprochen und ihn als stabil eingestuft. „Es gab keine Hinweise“, betonte Gefängnisleiter Nagel. Einen Anlass, etwas an den Abläufen in der JVA zu ändern, gebe es daher nicht.

In der Vergangenheit gab es wiederholt Suizide in Haft. Im August hatte sich nach einer Familientragödie in Ravensburg der mutmaßliche Täter das Leben genommen. Das Land hatte vor wenigen Tagen angekündigt, einen Beauftragten für Suizidprävention in die Gefängnisse des Landes schicken. Die Mittel für die Stelle seien im Haushaltsplan für 2017 enthalten, sagte Justizminister Guido Wolf (CDU) der „Schwäbischen Zeitung“.

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