Fahrradwege an Bundes- und Landstraßen sollen sicherer werden

Radfahren im Südwesten soll durch ein Wegenetz komfortabler werden. Rund zwei Wochen vor der Landtagswahl hat das das Verkehrsministerium nun ein Konzept zum Ausbau der Radwege vorgestellt.

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Immer mehr Menschen lassen das Auto stehen und nutzen das Fahrrad als Hauptverkehrsmittel.  Foto: 

Die Landesregierung will Fahrradwege an Bundes- und Landstraßen sicherer machen. "Ich möchte, dass mehr Menschen Radfahren und trotzdem die Unfallzahlen zurückgehen", sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart bei der Vorstellung des Bauprogramms für Radwege an Bundes- und Landstraßen. Durch ein etwa 7000 Kilometer langes Radwegenetz sollen rund 700 Kommunen verbunden werden. Die zum größten Teil bereits bestehenden Wege sollen etwa durch klarere Ausschilderungen und besseren Belag sicherer und komfortabler werden.

Laut Verkehrsministerium sind für dieses Jahr rund sieben Millionen Euro für Arbeiten an Radwegen an Bundesstraßen eingeplant. Für Landesstraßen sind wie im Vorjahr 12,5 Millionen Euro vorgesehen.

Das Land will den Radverkehranteil bis 2020 auf rund 16 Prozent aller Wege verdoppeln, bis 2030 sind 20 Prozent das Ziel. Laut Innenministerium wurden im vergangenen Jahr rund 9700 Fahrradunfälle gezählt - etwas mehr als 2014. 42 Menschen kamen dabei ums Leben, 2014 waren es neun mehr gewesen.

Die CDU wirft der Regierung vor, sich in der Verkehrspolitik zu sehr auf Radwege zu konzentrieren. Dies löse aber nicht alle Verkehrsprobleme des Landes. Hermann entgegnete, sein Ministerium würde an einem Gesamtpaket arbeiten.

Lob für das Programm der Landesregierung gab es vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC): "Das ist eine hervorragende Sache. Jetzt können Kommunen ihre Netze systematisch anschließen", sagte ADFC-Landesvorsitzende Gudrun Zühlke.

Positiv ist Zühlke zufolge, dass das Land nun Musterlösungen für den Ausbau von Fahrradwegen bereitstelle und auch Straßenquerungen etwa durch Verkehrsinseln weniger gefährlich gestalten wolle. Für den kommunalen Teil des Radwegenetz möchte die Landesregierung wie im vergangenen Jahr 15 Millionen Euro an Fördermitteln bereitstellen und verstärkt den Ausbau koordinieren.

Laut Hermann sind schon 90 Prozent des Wegenetzes vorhanden. Davon wiederum seien 20 Prozent im Idealzustand. "Wir verstehen es als Gemeinschaftsaufgabe, dieses Netz auszubauen", sagte der Minister.

Bis 2020 soll Hermann zufolge das bereits bestehende Netz beschildert sein. Er sicherte zu, dass das Land künftig im kommunalen Bereich den Austausch oder die Reparatur kaputter oder verunstalteter Schilder bezahlen werde. "Bevor wir lange verhandeln, machen wir das lieber selber", kündigte er an.

Das Fahrradwegekonzept sei kein unmittelbares Mittel im Kampf gegen die Feinstaubbelastung in Stuttgart, erklärte Hermann. Dafür sei es notwendig, dass Menschen kurzfristig ihr Verhalten änderten. Verbesserte Fahrradwege sollten allerdings langfristig grundlegend dafür sorgen, dass weniger Menschen ihr Auto nutzen.   

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