Experten fordern auf Bildungsgipfel Ausbau digitaler Kompetenz

Beim Bildungsgipfel in Mannheim wird klar: Ob Digitalisierung und Kampf gegen Fachkräftemangel – es gibt noch viele Baustellen.

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Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan fordert dazu auf, das Selbstwertgefühl und die Fantasie junger Menschen zu fördern.  Foto: 

Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben beim Bildungsgipfel „Edu-Action“ in Mannheim dazu aufgerufen, neue Wege in der Bildung zu gehen.

Luka Mucic, Finanzvorstand des Softwarekonzerns SAP und Vorstandschef des Vereins „Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar“, forderte, den Ausbau der digitalen und der interkulturellen Kompetenzen voranzutreiben. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, sei gesellschaftliche Integration nötig. Zusammenhalt und Bildung hätten elementare Bedeutung für die Zukunft des Landes, sagte Mucic.

Aus Sicht von Gesine Schwan, Politikwissenschaftlerin und frühere Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), gilt es, Lösungskompetenzen zu fördern. Die Vielzahl gegenwärtiger Krisen belege, dass Lösungsansätze oftmals nicht langfristig ausgelegt seien.

Es sei eine dringende Aufgabe von Bildung, das Selbstwertgefühl und die Fantasie junger Menschen zu fördern. Beides führe zu gemeinschaftlichem Handeln und zu langfristigen Lösungen von Problemen in der Zivilgesellschaft.

Baden-Württembergs Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger forderte eine gesteuerte Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte aus Drittstaaten und Europa. „Ich finde es fatal, dass das Thema der europäischen Jugendarbeitslosigkeit so in den Hintergrund gedrängt wurde und dieses Potenzial offensichtlich kaum noch jemanden interessiert“, mahnte Dulger. Darüber hinaus gelte es, das Ausbildungssystem flexibler zu gestalten, so dass auch leistungsschwächere Jugendliche eine Chance hätten.

Für den Ausbau digitaler Bildungsangebote in Schulen warb Jörg Dräger vom Vorstand der Bertelsmann Stiftung. „Unser heutiges Bildungswesen ist ein Massengeschäft“, sagte er. Das Schulsystem werde der zunehmenden Vielfalt an Menschen und Berufen nicht mehr gerecht. Die „digitale Bildungsrevolution“ könne Abhilfe schaffen, da sie unter anderem das Interesse junger Menschen etwa durch den Einsatz individueller Lernsoftware fördere.

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