Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank angeklagt

Hat er 13 Millionen Euro verspekuliert? Darum geht es in einem Prozess in Mannheim. Angeklagt ist ein Ex-Investmentbanker der Deutschen Bank.

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Negative Schlagzeilen kann die Deutsche Bank eigentlich nicht mehr gebrauchen. Seit gestern muss sich ein Ex-Mitarbeiter der Mannheimer Filiale vor der Wirtschaftsstrafkammer verantworten. Der Mann soll 13 Millionen Euro verspekuliert haben. Die Mannheimer Staatsanwaltschaft wirft ihm gewerbsmäßige Untreue vor.

Der Angeklagte war in der Filiale als Leiter einer Investmentabteilung für vermögende Kunden zuständig. Für vier von ihnen soll er hochspekulative Geschäfte getätigt haben. Von August 2008 bis Mai 2009 kaufte er nach den Ermittlungen Wertpapiere für mehrere hundert Millionen Euro. Dabei habe es sich um Produkte der "höchsten Risikoklasse" gehandelt, sagte Staatsanwältin Isa Böhmer. Zwar hätten die betreffenden Kunden grundsätzlich erlaubt, auch riskante Anlagen zu kaufen, nicht aber in dieser Größenordnung. Dem 37-Jährigen sei bekannt gewesen, dass er nur bei einem ausreichenden Guthaben Wertpapiere erwerben durfte.

Doch laut Anklage hielt er sich nicht an diese Vorgabe. Demnach gab er in der EDV bei den betreffenden Kunden "umgehen" ein und griff zu. Allein für einen Kunden tätigte er nach den Ermittlungen insgesamt rund 2000 Käufe für mehr als 150 Millionen Euro. Um die Papiere wieder abzustoßen und das überzogene Konto auszugleichen, blieben jeweils sechs Tage Zeit. Im besten Fall blieb durch den Verkauf ein Gewinn übrig. Doch dies gelang offenbar häufig nicht. Bei einem Akademiker soll sich der Verlust durch die Spekulationsgeschäfte auf 10,2 Millionen Euro belaufen. "Um Verluste zu verschleiern", habe der Banker Geld zwischen Konten verschiedener Kunden hin- und hergeschoben, so die Staatsanwältin.

Der Angeklagte, der am Mittwoch nach außen hin entspannt wirkte, wird sich erst am nächsten Verhandlungstag äußern. Dies kündigte die Heidelberger Verteidigerin Evelyn Kelnhofer an. Ihr Mandant befindet sich auf freiem Fuß. Ihm droht eine langjährige Haftstrafe.

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