Evangelische Kirche reagiert auf Pensionierungswelle

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Das Kreuz einer Kirche ist in der Abenddämmerung zu sehen. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Die Evangelische Landessynode Württemberg hat einen Fahrplan für Personal- und Strukturentwicklung bis zum Jahr 2024 verabschiedet. Das Kirchenparlament reagierte damit auf eine bevorstehende Pensionierungswelle bei Pfarrern, rückläufige Mitgliederzahlen und infolgedessen schwindende Finanzkraft. Von derzeit 1666 Pfarrstellen sollen innerhalb der kommenden sieben Jahre 13,2 Prozent gestrichen werden, wie die Evangelische Kirche am Samstag zum Abschluss der mehrtägigen Veranstaltung in Stuttgart mitteilte. In Württemberg leben 2,1 Millionen Protestanten.

Nach Angaben eines Sprechers wird dabei berücksichtigt, dass nicht nur attraktive Pfarrstellen in den Ballungsräumen besetzt werden, sondern etwa auch im abgelegeneren Hohenlohischen. Die insgesamt 47 Kirchenbezirke müssen dazu zwischen 5,3 und 24,4 Prozent Pfarrstellen einsparen. Das Verhältnis von einem Pfarrer für 1400 Gemeindeglieder soll allerdings bestehen bleiben.

Wie der „PfarrPlan 2024“ an der Basis konkret umgesetzt wird, darüber entscheiden die Kirchenbezirke und Gemeinden bis zum Frühjahr 2018. Synodalpräsidentin Inge Schneider hatte zuvor gesagt: „Vor Ort wissen die Menschen am besten, was geht, welche Gemeinden zusammenrücken und welche Unterstützungsmaßnahmen ihnen helfen können.“ 

Zuvor hatte die Landessynode den ersten Nachtragshaushalt 2017 verabschiedet. Er hat ein Volumen von 1,5 Millionen Euro für befristete Maßnahmen. Die laufenden Kosten liegen bei 261 600 Euro pro Jahr. Dabei schlägt das Projekt „Lieder App“, das Gottesdienstlieder auf Smartphones und Tablets bringen soll, mit 500 000 Euro Investitionskosten sowie 134 000 Euro an laufenden Kosten für die Zeit bis 2022 zu Buche. Besonders teuer ist dabei der Erwerb der Rechte für die Lieder. Der Finanzausschuss will diese Finanzierung 2018 noch einmal überprüfen.

Zum Auftakt der Versammlung hatte sich der evangelische Landesbischof von Württemberg, Otfried July, gegen Abschiebungen nach Afghanistan ausgesprochen.

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