Erstes Bahnnetz für Nahverkehr ist vergeben

Die Hohenzollerische Landesbahn erhält erneut den Zuschlag auf der Strecke Tübingen-Sigmaringen. Den Preis hält das Land noch geheim.

|

Als erstes von 16 Netzen des Personen-Nahverkehrs (SPNV) im Südwesten hat das Verkersministerium die Strecke Tübingen-Sigmaringen neu vergeben. Die Hohenzollerische Landesbahn (HZL) hat wieder den Zuschlag erhalten. Der Vertrag gilt ab Dezember und läuft mindestens bis Ende 2019. Wie die HZL mitteilt, bestehe die Option, den Vertrag bis 2023 zu verlängern. Auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE bestätigte das Ministerium, diese Regelung diene als Puffer, wenn die Elektrifizierung sich verzögert. "Sobald die Strecke elektrifiziert ist, wollen wir neu ausschreiben", sagte ein Ministeriumssprecher.

Die Vergabe an die HZL war erwartet worden: Das Ministerium hatte Züge so angefordert, wie sie die Landesbahn bietet. Die HZL ist zu drei Vierteln im Landesbesitz. Dennoch habe die Vergabe "nichts mit den Eigentumsverhältnissen zu tun", so der Sprecher. Gespräche habe es auch mit der Deutschen Bahn gegeben, diese legte aber kein Angebot vor. Um die eigene Verhandlungsposition nicht zu schwächen, hält das Ministerium den Preis pro Zugkilometer zurück, bis die ähnlich kleinen Netze Ortenau und Hohenlohe-Franken vergeben sind (2. Jahreshälfte 2014). Man dürfe aber bei der HZL davon ausgehen, dass der Vergabepreis sich vom vorherigen Vertrag von 2003 kaum unterscheide. Dafür kündigt die HZL an, Züge zu modernisieren. Auch will sie die Platzkapazitäten besser dem Bedarf anpassen und die Barrierefreiheit verbessern.

Laut Vergabekalender steht 2013 noch das Netz Heilbronn-Nord zur Vergabe an, das frisch erweitert worden ist. Dort sei man "auf den letzten Metern", sagte der Sprecher. Ein Problem sei, dass der Zugbauer Bombardier Lieferprobleme habe. Eventuell brauche man daher eine Übergangslösung. "Der Fahrgast wird aber Anfang 2014 einen Verkehr vorfinden", versprach er. Auch die Stadtbahn Karlsruhe soll bis dahin mit neuem Vertrag verkehren.

Das Ministerium bestreitet, dass die Lieferprobleme hausgemacht sind. Der Südwesten hängt im Bundesvergleich zwar mit der Neuausschreibung des SPNV zurück. Dennoch müsse man bei der Zugbestellung nicht hinten anstehen. "Es gibt vielmehr generelle Probleme mit der Fahrzeugbeschaffung", sagte er. Die Zugbauer hätten Kapazitäten auf die Vergabe einrichten können. Ein Problem seien aber die Genehmigungsverfahren des Eisenbahnbundesamtes, das die Abnahme neuer Modelle verzögere.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Vollsperrung der A 8 in Richtung München nach schwerem Unfall

Am Freitagmorgen ist es auf der Autobahn 8 bei Leipheim zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Die Fahrbahn in Richtung München ist vorübergehend gesperrt. weiter lesen