Erdbeben erschreckt Mensch und Tier

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Ein Natur-Ereignis der besonderen Art erlebten Mensch und Tier am Montagabend im Süden des Landes, besonders am Bodensee, im Hegau und am Hochrhein. Betroffene berichten im Netz von einem Grollen, andere von einem Vibrieren, von ruckelnden Möbeln und knarzenden Balken. In den Schränken hätten Gläser geklirrt. Ein Betroffener schreibt, seine Wellensittiche hätten panisch reagiert, ein anderer, seine Katze sei aufgeschreckt.

Tatsächlich meldete der Schweizer Erdbebendienst um 21.12 Uhr ein Erdbeben der Stärke 4,7. Das Epizentrum lag in der Nähe von Linthal im Kanton Glarus zwischen Luzern und Chur.  „Es ist eines der stärksten Beben seit Jahren in der Schweiz“. So informierte der Erdbebendienst Südwest. Dort sind mehr als 400 Meldungen aufgeschreckter Bürger aus dem Südwesten eingegangen. Die Erschütterungen wurden bis in den mittleren Neckarraum hinein wahrgenommen. Größere Schäden gab es offenbar nicht. In der Schweiz haben mehrere Häuser kleinere Risse bekommen. 

Ursache für das Erdbeben ist nach Auskunft von Martin Hensch, Seismologe beim Landeserdbebendienst im Regierungspräsidium Freiburg, dass sich die afrikanische Kontinentalplatte noch immer über die eurasische Platte schiebt.  „Der Prozess, der vor 60 Millionen Jahren begonnen hat, ist noch immer im Gange“, sagte Hensch. So hätten sich damals die Alpen aufgefaltet.

Nachbeben wahrscheinlich

Dass es in den nächsten Tagen weitere kleinere Nachbeben gebe, sei natürlich, sagt Hensch. Wolfgang Brüstle, der Leiter des Landeserdbebendienstes, sieht keine Gefahr. „Es gibt keinen Grund zur Besorgnis.“ Ein mittelstarkes Beben wie das von Montagabend komme im Südwesten alle paar Jahre vor. Das letzte ist im Mai 2009 im Raum Lörrach mit der Stärke 4,5 registriert worden.  Ende 2006/Anfang 2007 war die Erde im Raum Basel aktiv. Das letzte deutlich spürbare Beben gab es am 5. Dezember 2004 in Waldkirch bei Freiburg. Es hatte die Stärke 5,4. 

Ende 2016/Anfang 2017 gab es auch im Hegau immer wieder kleinere, kaum spürbare Erdbeben. Das erste wurde am 3. November 2016 bei Hilzingen im Kreis Konstanz  registriert. Es hatte die Stärke 3,0 und war spürbar. Auch da meldeten mehr als 400 Menschen ihre Wahrnehmungen an den Landeserdbebendienst.

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