Festspielhaus: Elbphilharmonie ist keine Konkurrenz

|
Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser. Foto: Uli Deck/Archiv

Das Festspielhaus Baden-Baden sieht in der jetzt eröffneten Hamburger Elbphilharmonie keine Konkurrenz. „Es gibt genügend gute Künstler für alle Konzertsäle dieser Erde“, meinte Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser. Von der Akustik her reihe sich die Elbphilharmonie in die etwa zehn besten Konzertsäle der Welt ein. Die Akustik sei „unglaublich transparent, aber auch ein bisschen trocken“, sagte er am Donnerstag nach dem Besuch des Eröffnungskonzerts der Deutschen Presse-Agentur.

Er persönlich bevorzuge einen wärmeren Klang wie dies etwa im Festspielhaus Baden-Baden der Fall sei, dem mit 2500 Plätzen größten deutschen Opernhaus. Dem Hamburger Gebäude zollte Mölich-Zebhauser dennoch uneingeschränkten Respekt: „Das Ambiente ist fantastisch und sensationell.“

Aus Sicht des renommierten Musikexperten ist die Elbphilharmonie ein rundum gelungenes Projekt: „Man kann der Stadt nur gratulieren, auch für den Mut, so viel Geld in die Hand zu nehmen.“ Besonders fasziniert hat Mölich-Zebhauser die Intimität: „Sie schauen den Menschen gegenüber ins Gesicht - das habe ich sonst nirgendwo anders erlebt.“

Der mehr als 2100 Zuhörer fassende spektakuläre Hamburger Konzertsaal auf dem Kaispeicher war am Mittwochabend eingeweiht worden. Dass er aus Baden-Baden Besucher abziehen könnte, glaubt Mölich-Zebhauser nicht. „Da macht sich niemand Konkurrenz.“ Und das nicht nur wegen der Entfernung oder der gewachsenen Beziehungen zu Künstlern. „Jeder Künstler hat seine zehn Häuser, in denen er auftreten will. Da gehören wir dazu.“ Weitere Häuser mit besonderer Akustik sind ihm zufolge etwa die Berliner und Pariser Philharmonie, das Concertgebouw in Amsterdam, der Goldene Saal in Wien sowie das Kulturzentrum Luzern.

Und wo ist die beste Akustik? „Die gibt es nicht“, ist Mölich-Zebhauser überzeugt. Dies sei immer auch ein subjektives Erlebnis. „Ich persönlich mag den weicheren nachhallenden Klang wie im Festspielhaus.“ Das ist für ihn emotionaler als das „fast sezierende“ Hörerlebnis in der Elbphilharmonie. Der Japaner Yasuhisa Toyota, der derzeit wohl gefragteste Akustiker weltweit, hat in Hamburg den Klangraum geschaffen, in dem Schwingungen direkt und ohne Umschweife das Ohr der Hörer erreichen.

Elbphilharmonie

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Zwölf Namen für die neuen Ulmer Straßenbahnwagen

Die neuen Straßenbahnwagen der Linie 2 werden nach Männern und Frauen benannt, die mit Ulm in Verbindung stehen. So war es auch schon beim Combino. weiter lesen