Eisenmann für flexiblere Betreuung der Schüler

Die grün-rote Landesregierung wollte die gebundene Ganztagsschule zum Standard entwickeln. Grün-Schwarz sagt jetzt: Flexibilität ist Trumpf.

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Ministerin Susanne Eisenmann will Elternwünschen nachkommen.  Foto: 

Die grün-schwarze Koalition setzt bei der Weiterentwicklung der Ganztagsschule einen völlig anderen Akzent als die Vorgängerregierung: Sollte unter Grün-Rot binnen weniger Jahre eine Mehrheit der Grundschulen auf einen rhythmisierten Ganztagsbetrieb mit einem ganztägigen, verbindlichen und schulischen Angebot umstellen, so setzt CDU-Kultusministerin Susanne Eisenmann nun auf Flexibilität. Nur zwei Prozent der Schulen hätten sich für den verbindlichen Ganztag nach dem Schulgesetz entschieden, sagte Eisenmann in einer von der CDU-Fraktion initiierten Landtagsdebatte. „Diese Realität muss man schon auch wahrnehmen.“ Es gelte daher, den Ganztag in Baden-Württemberg „in seiner Breite“ zu stärken und dem Wunsch der Eltern nach mehr Flexibilität nachzukommen, sagte Eisenmann.

Nach wie vor die klassische Halbtagsschule

Wo die Reise aus CDU-Sicht hingehen sollte, machte der Bildungsexperte der Fraktion, Wilhelm Röhm, deutlich: Danach sollen auch flexible nachmittägliche kommunale Betreuungsangebote gestärkt und vom Land mitfinanziert werden. Zum Angebot solle aber auch weiter die klassische Halbtagsschule gehören. Die CDU-Fraktion, so Röhm, befürworte „echte Wahlmöglichkeiten für Eltern und Schüler vor Ort“: An einem Schulstandort sollen demnach mehrere Angebotsformen „parallel bestehen können“.

Die Grünen-Bildungsexpertin Sandra Boser betonte in ihrer Rede, dass die Grünen „Qualität“ an die erste Stelle setzen und Ganztagsschulen auch an allen weiterführenden Schulen anbieten wollen. Dass die Koalitionspartner bei dem Thema durchaus unterschiedliche Akzente setzen wollen, zeigte sich aber vor allem daran, dass bei Röhms Rede nur vereinzelt Grünen-Abgeordnete Beifall zollten.

Gescheiterte Bildungspolitik

FDP und AfD werteten die Neuausrichtung als Scheitern des von der früheren Regierung verfolgten Ansatzes. „Die Fraktionen von Grünen und SPD stehen heute vor den rauchenden Trümmern ihrer gemeinsamen Bildungspolitik“, sagte FDP-Fraktionsvize Timm Kern. „Die CDU versucht wieder einmal, mit viel Aufwand und Geld aufzufangen, was der grüne Koalitionspartner verbockt hat“, sagte der AfD-Abgeordnete Rainer Balzer. Der SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei beklagte dagegen das Fehlen eines „schlüssigen“ Konzepts von Seiten der grün-schwarzen Regierung.

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