Ein Haus zieht um: Umsiedlung ins Freilichtmuseum fast abgeschlossen

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An manchen Stellen ist jetzt noch zu sehen, dass die Wände auseinander gesägt worden sind. Aber wenn der Innenausbau abgeschlossen ist, sieht man das nicht mehr. Dabei wurde das Haus im Sommer 2015 in Effringen, einem Ortsteil von Wildberg im Kreis Calw, in 36 Teile zersägt, in Balingen restauriert und im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof bei Gutach (Ortenaukreis) wieder aufgebaut.  Im Herbst 2016 ist das „Effringer Schlössle“ auf der Erweiterungsfläche des Freilichtmuseums angekommen. Der Innenausbau ist fast abgeschlossen.

Trotzdem wird es noch bis zur Saison 2018 dauern, bis Besucher durch das über 600 Jahre alte, massive Sandstein-Gebäude gehen und sich in die 1970er Jahre zurückversetzen lassen können. Im Stil der 1970er Jahre wird das Haus ausgestattet, weil es bis 1972 von der Familie Gauß bewohnt worden ist. Danach stand es mehr als 40 Jahre leer und verfiel.

Bis die Familie das Gebäude dem Freilichtmuseum anbot und die Museumsmacher es mit Handkuss nahmen. Denn es ist das, was sie jahrelang für die Erweiterung des Museums gesucht hatten: ein  untypisches Schwarzwald-Haus, das den Baustil aus dem Norden des Mittelgebirges repräsentiert. Das „Effringer Schlössle“ ist das erste von drei neuen Gebäuden, die das Museum bereichern sollen.

Dadurch, dass die Sandstein-Wände zwar zersägt, aber am Stück umgesiedelt worden sind, konnten die Verputze im Original erhalten werden. Die Firma „JaKo Baudenkmalpflege“ hat das Haus in Wildberg abgebaut, in einer Halle in Balingen-Weilstetten wieder aufgebaut und restauriert. Danach wurde das Haus wieder auseinandergenommen und in die Ortenau transportiert. Das war selbst für den erfahrenen Projektleiter Hubert Maucher von JaKo eine große Herausforderung. „Das Besondere daran war das massive Mauerwerk des Gebäudes und damit das hohe Gewicht.“ Allein die Wände wiegen 650 Tonnen.

Als das „Schlössle“ noch in Effringen stand, war auf eine Wand Superman, der auf einem Hai reitet, gekritzelt. Auch diese Zeichnung wurde mit umgezogen. „Ich habe sie sicher eingerollt auf meinem Schreibtisch liegen“, sagt Hubert Maucher.  Um die Innenausstattung möglichst authentisch zu halten, hat Thomas Hafen, der wissenschaftliche Leiter des Freilichtmuseums, fünf Familienangehörige befragt, die in dem Haus gewohnt haben. „Leider erinnert sich jeder anders daran, wo was gestanden hat.“

Die Translozierung des Hauses, so der Fachbegriff, kostet 3,55 Millionen Euro. Das Wissenschaftsministerium unterstützt das Projekt mit 1,75 Millionen Euro.

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