Nationalpark Schwarzwald hat sein Jahresprogramm vorgestellt

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Der Sperlingskauz ist einer von vielen Bewohnern des Nationalparks Schwarzwald.  Foto: 

Ein Bad im Wald nehmen? Geht das? Die Antwort lautet „Ja“ – und ganz ohne Badewanne. Besucher, die sich zu dieser Veranstaltung im Nationalpark Schwarzwald anmelden, können erleben, wie gut es tut, sich einen ganzen Tag lang im Wald aufzuhalten. Natur, frische Luft und Bewegung, das schafft Wohlbefinden. Aber nicht nur. Es sind offenbar auch chemische Botenstoffe, Phytonzide, die Bäume und andere Pflanzen verströmen. „Die tun auch den Menschen gut“, versichert Kerstin Ensinger. Sie ist Diplom-Psychologin und im Nationalpark-Team für die Bereiche Erholung und Tourismus zuständig. Im neuen Jahresprogramm bietet sie unter anderem das „Waldbaden für die Gesundheit“ an.

Wem das zu esoterisch klingt, der sollte wissen, dass in Japan gestresste Menschen das Waldbaden auf Rezept verschrieben bekommen. Ärzte schicken Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen, mit Krebserkrankungen und Bluthochdruck in  den Wald. Inzwischen ist wissenschaftlich erwiesen, dass die chemischen Botenstoffe der Bäume im menschlichen Körper das Immunsystem stimulieren. Die Wirkung soll bis zu einer Woche anhalten. Zum Waldbaden im Nationalpark gehören Körperübungen und fachliche Informationen.

Es ist nur eines von mehreren gesundheitlichen Angeboten unter den 321 Veranstaltungen, die das Jahresprogramm 2017 bietet.  Darunter sind einige Punkte, die zum ersten Mal stattfinden werden. „Das Programm ist ein bunter Strauß aus tollen Themen mit einer großen Vielfalt“, sagte Nationalpark-Leiter Wolfgang Schlund gestern bei der Vorstellung des Programms.

Das steht auch deshalb  unter dem Motto „Vielfalt“. Die drückt sich in den vielen verschiedenen Themen aus, zu denen Führungen, Exkursionen, Vorträge und Seminare für Gruppen, Familien und auch speziell für Kinder angeboten werden. Für sie gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, Insekten-Nisthilfen zu bauen.

In der „Forscherwerkstatt“ werden Insekten, Pilze, Flechten, Algen, Moose, Vögel und Tierspuren unter die Lupe genommen. Bei der Führung „Wenn die Nacht beginnt“ können Kinder mit ihren Eltern erleben, welche Tiere in der Nacht aktiv werden. Für gehörlose Menschen gibt es Anfang Februar eine Schneeschuhtour in Gebärdensprache. Einige der Angebote können auch von Menschen  im Rollstuhl angenommen werden. Auch das ist ein Anliegen des Park-Teams: dass alle Interessierten, auch die mit einem Handicap, die Chance haben, Natur pur und Wildnis kennenzulernen.

Davon gibt es im  Nationalpark immer mehr. Das 10 000 Hektar große Schutzgebiet wurde am 1. Januar 2014 gegründet und geht in sein drittes Jahr – mit wachsenden Gästezahlen. Genaue Daten über die Besucher-Entwicklung konnten die Verantwortlichen gestern nicht bieten. Es gibt zwar inzwischen mehrere Zählstationen, einen Zähler im Infozentrum am Ruhestein und Besucherbefragungen. Die Zahlen seien noch nicht ausgewertet, sagte Charly Ebel. Eines konnte jedoch verkündet werden. „Der Radius, aus dem unsere Besucher kommen, wird immer größer“, sagte Wolfgang Schlund. Er liege bei bis zu 100 Kilometern. Hinzu kämen immer mehr internationale Gäste. „Uns geht es nicht um die Masse, sondern um Qualität“, betonte Charly Ebel. Für die, die Interesse  haben, sollten gute Angebote vorhanden sein.

Und ein Besucherzentrum. Das wird in den nächsten Jahren am Ruhestein für 32 Millionen Euro gebaut. Die Baustelle sei eingerichtet, sagte Wolfgang Schlund. Sobald der Schnee weg sei, werde mit  den Arbeiten begonnen. Mit der Fertigstellung wird Ende 2019 gerechnet. Parallel dazu wird ein Verkehrskonzept erarbeitet, um den Individualverkehr aus dem Gebiet fern zu halten. Auch das soll der Gesundheit von Mensch und Natur dienen.

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