Drohne über Touristen-Ziel abgestürzt

Über dem Hof der Burg Hohenzollern ist eine Kamera-Drohne abgestürzt. Der Vorfall erinnert an das Beinahe-Unglück im Dezember, als eine Drohne knapp hinter dem Ski-Star Hirscher beim Slalom von Madonna di Campiglio abgestürzt ist.

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  • Nach dem Absturz der Kamera-Drohne über der Burg Hohenzollen war das Gerät schwer beschädigt. 1/2
    Nach dem Absturz der Kamera-Drohne über der Burg Hohenzollen war das Gerät schwer beschädigt. Foto: 
  • Um dem Drohnen-Verbot, das seit Mitte Januar über der Burg gilt, mehr Nachdruck zu verleihen, hat die Burgverwaltung entsprechende Schilder auf dem Areal angebracht. 2/2
    Um dem Drohnen-Verbot, das seit Mitte Januar über der Burg gilt, mehr Nachdruck zu verleihen, hat die Burgverwaltung entsprechende Schilder auf dem Areal angebracht. Foto: 
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Wenn jemandem ein 1-Kilogramm schwerer Gegenstand aus 20 Metern Höhe auf den Kopf fällt, kann das tödlich enden. Glücklicherweise war am Freitag niemand auf dem Hof der Burg Hohenzollern, als dort eine Kameradrohne  aus eben dieser Höhe abstürzte. Am Nachmittag flog gegen 16 Uhr ein Quadrocopter von Südosten kommend über den Burggarten in den Burghof ein und stürzte direkt vor der Schatzkammer ab. 

"Nur durch großes Glück wurde niemand verletzt", schreiben die Betreiber in einer Pressemitteilung. Normalerweise würden an dieser Stelle Besuchergruppen über die Burg geführt. 

Die alarmierten Burgmitarbeiter konnten den Piloten – so wird auch der Laie an der Fernsteuerung genannt – ausfindig machen. Wie sich herausstellte, steuerte er seine Drohne von der Wiese nahe der B27-Ausfahrt Hechingen Süd aus, gut 1,5 Kilometer Luftlinie von der Burg entfernt. Im Tal blies der Wind zu dieser Zeit mit etwa 20 Stundenkilometer.

Der 35-jährige Ingenieur kontrollierte den Flug der Drohne über das Display seines Smartphones. Dem Gesetz nach ist das verboten; eine Drohne darf nur in Sichtweise des Steuerers fliegen. 

Dessen war sich der Pilot offenbar nicht bewusst, schreiben die Burgbetreiber. Er habe die 1500 Euro teure Drohne vor zwei Wochen gekauft und wollte sie nun ausprobieren. Außerdem habe er sich auf die technischen Angaben des Fluggerätes verlassen, die offenbar versprachen, dass die Drohne auch bei Wind geflogen werden könne und im Falle eines Funkabbruches direkt zum Startpunkt zurückkehre.

Die Burgverwaltung zeigt kein Verständnis: „Fakt ist eben: Die Drohne ist mitten im Burghof abgestürzt. Der Pilot hat im höchsten Maße verantwortungslos gehandelt sowie die Sicherheit und Gesundheit der Burgbesucher riskant aufs Spiel gesetzt.“ Außerdem müsse jetzt noch geprüft werden, ob bei dem Absturz das im Burghof geparkte Auto und die Burgfenster Schaden genommen haben.
 
Seit rund zwei Jahren registriert die Burgverwaltung eine Zunahme von Drohnenflügen über der Burg. Seit Mitte Januar 2016 sind auf dem gesamten Burg-Areal, das Privatbesitz des Hauses Hohenzollern ist, Drohnenflüge verboten. Die Burgverwaltung sorge sich um die Sicherheit der Besucher und Mitarbeiter, aber auch um den Schutz der historischen Stätte.
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Kommentare

01.02.2016 18:52 Uhr

zahlt die Versicherung in diesem Fall ?

Verantwortliche Modellbauer haben typischerweise eine extra Versicherung, die Schäden eines der Kontrolle entglittenen Modells auffängt.
Das Szenario könnte wie im Artikel beschrieben im Prinzip auch durch technisches Versagen entstanden sein.
Der Wind mit 20km/h stört Drohnen dieser Preisklasse sicher nicht, aber sich ausser Sichtweite auf die Homing-Funktion zu verlassen ist etwas optimistisch gewesen und könnten den Zahlungswille einer Versicherung trüben.

Wie die Burgherren den - nicht in Sichtlinie stehenden, 1.5km entfernten - Piloten als solchen identifizieren konnten, wäre interessant zu erfahren. ( High oder Low-Tech Methoden ?)

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