Drei Jahre Haft für Rottenburger Nazi-Schläger

Das Tübinger Amtsgericht hat am Donnerstag einen 22-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und Beleidigung zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und zur Unterbringung in einer Entziehungsanstalt verurteilt.

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Der junge Mann, der bereits wegen Gewaltdelikten und Verwendung von Nazi-Symbolen vorbestraft war, hatte im vergangenen Dezember in der Nähe des Rottenburger Bahnhofs zwei Frauen aus Gambia attackiert und verletzt.

War es am ersten Verhandlungstag vor allem um die physischen und psychischen Verletzungen der beiden Frauen gegangen, sagte am Donnerstag ein Polizeibeamter zum Tathergang aus. Es folgten ein Mann, der den Frauen am Tatabend zu Hilfe geeilt war, und ein Arzt für Neurologie und Psychiatrie, der den 22-Jährigen untersucht hatte.

Die Aussagen verfestigten das Bild einer rechtsextremen Tat. Der Arzt verlas aus seinem Gutachten: "Er sagte zu mir: ,Ich bin Nationalsozialist.'" Zwar beteuerte der Mann, er habe sich gewandelt und einen "unpolitischen Weg" eingeschlagen, dennoch wurde in seiner Wohnung "ein richtiges Altärchen" mit Nazi-Devotionalien gefunden, wie Staatsanwältin Rotraud Hölscher sagte. Zweifel an seiner Läuterung dürften auch die zahlreichen dem rechten Milieu zuzrechnenden Personen unter den etwa drei Dutzend Besuchern nähren, die den Prozess am Donnerstag verfolgten

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