Drei Jahre Haft für Heiratsschwindler

Er hat seine zwei Opfer arglistig getäuscht und "Luftschlösser" gebaut. Urteil des Landgerichts Mannheim: Drei Jahre Haft für den Heiratsschwindler.

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Angeblich Millionen auf einem Konto bei der Vatikan-Bank: Heiratsschwindler im Prozess in Mannheim.  Foto: 

Er hatte zwei Frauen die Ehe versprochen, um sie finanziell auszunehmen. Das Mannheimer Landgericht verurteilte den Kaufmann zu drei Jahren Haft wegen Betruges in 71 Fällen. Der 60-Jährige aus Immenstaad am Bodensee hatte die Akademikerinnen um rund 150.000 Euro geschädigt. Der korpulente Angeklagte lernte die beiden im Internet-Portal "Elitepartner" kennen.

Der Familienvater gab sich als reicher Unternehmer aus mit einem Vermögen von 100 Millionen Euro, das bei der Vatikan Bank liege. Seine angebliche Villa durften die Frauen jedoch nur aus der Ferne anschauen.

Vor Gericht zeigte sich der beruflich gescheiterte Kaufmann kleinlaut und sprach so leise, dass er kaum zu verstehen war. "Wie er hier auftritt, traut man es ihm nicht zu", sagte Oberstaatsanwalt Reinhard Hofmann. Und: "Er war ein Heiratsschwindler wie aus einem Groschenroman."

Die beiden Opfer "erhofften sich Liebe und wurden betrogen", sagte Hofmann. Der angebliche Witwer habe "gut verdienende Frauen bevorzugt" und parallele Beziehungen unterhalten. Um an Geld zu kommen, ließ er sich stets neue Lügenmärchen einfallen: Seine Konten seien wegen eines Steuerverfahrens gesperrt, er benötige deshalb leihweise Geld für einen Anwalt. Doch bis heute haben die Opfer dieses nicht wiedergesehen - bis auf 10 000 Euro, die er einer der Frauen zurückzahlte - mit dem Geld der zweiten. Ungeklärt ist, was mit dem erten Geld geschah. Nur soviel sagte sein Anwalt Norbert Kopfsguter: "Er hat die Gelder zur Lebensführung verwendet."

Den Opfern aus dem Raum Rhein-Neckar und aus Oberschwaben blieben Aussagen vor Gericht erspart. Eine Frau leidet an einer unheilbaren Erkrankung. Und der Betrüger selbst ist seit 2013 an Krebs erkrankt. "Seine Lebenserwartung ist nicht allzu groß", sagte sein Verteidiger und plädierte auf eine Bewährungsstrafe. Zu berücksichtigen sei, dass die Frauen es dem Mandanten "leicht gemacht" hätten.

Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes bleibt der Verurteilte vorerst auf freiem Fuß.

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