Diözese schafft Rücklagen für schlechtere Zeiten

Der Diözese Rottenburg-Stuttgart geht es finanziell gut. Das soll so bleiben. Deshalb will sich die katholische Kirche von unrentablen Bauten trennen.

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Ausrufe des Entzückens erlaubten sich Generalvikar Clemens Stroppel und Finanzdirektor Dietmar Krauß gestern bei der Vorlage des Doppelhaushalts 2013/14 nicht. Allerdings verströmten die beiden Kirchenmänner schon eine gewisse Zufriedenheit. Denn die Diözese Rottenburg-Stuttgart steht finanziell gut da. Das Jahr 2011 schloss das württembergische Bistum mit einem Überschuss von 17,6 Millionen Euro ab, dieses Jahr wird noch etwas mehr übrig bleiben: Krauß rechnet mit einem Plus von 20 Millionen Euro. Das Geld wandert in die Rücklagen der katholischen Kirche, sie wappnet sich für schlechtere Zeiten. In naher Zukunft könnte das Kirchensteueraufkommen wegen weiterer Kirchenaustritte - zuletzt 10 000 Abmeldungen - und wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse zurückgehen. 2013 rechnet die Diözese mit einem Bruttokirchensteueraufkommen in Höhe von 528 Millionen Euro. Davon verbleiben in der Diözese 397 Millionen Euro. Für den Diözesanhaushalt und für die Kirchengemeinden stehen jeweils 199 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Diözese verfügt über keine Schulden. Stattdessen sammelte das Bistum 188 Millionen Euro Rücklagen an, die sicher angelegt sind. "Unsere Diözese hat sich bewusst nicht an scheinbar verlockenden Geldanlagen beteiligt", sagte Krauß. Er erwartet eine Durchschnittsverzinsung von 3,3 Prozent. Dabei hat sich laut Stroppel ausgezahlt, dass die Kirche ihr Geld in langfristige Anleihen und Pfandbriefen angelegt hat.

Um die Kosten beim baulichen Unterhalt zu senken, hat die Diözese alle ihre 5500 Immobilien systematisch darauf untersucht, inwieweit sie noch gebraucht werden. Kirchen, Gemeinde- und Pfarrhäuser - "wir müssen die Zahl der Immobilien reduzieren, die Energiekosten senken und die Baulast verringern", sagte Stroppel. Die Aufgabe von Kirchengebäuden schließt Stroppel nicht aus. Mit diesem Thema gehe die Diözese jedoch "äußerst sensibel" um.

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